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Finden Sie nicht auch, dass irgendwas in unserem Wirtschaftsleben nicht mehr passt? Wir leben in einer Zeit, in der Aktienkurse steigen, obwohl die Aussichten der Unternehmen schlechter werden. In einer Zeit, in der nicht derjenige gewinnt, der was kann, sondern derjenige, der besser blendet. Nicht die Arbeit wird gewürdigt, sondern der Profit. Wie soll überhaupt in solch einer Umgebung echtes Wachstum gedeihen können, wenn nicht mal die Grundzüge des fairen Miteinanders respektiert werden?

Wir leben in einer Zeit, in der Unternehmen unmündig geworden sind, weil die Berater die Richtung vorgeben. Wohin man sieht, es spudelt nur so von Beratern und Consultants, die mit schicken Anzügen von Dingen reden, die sie oftmals in ihrer Tiefe nicht verstehen. Und was macht das Unternehmen? Es lässt sich auf die (Strategie) Beratung ein, wohl wissend, dass jedes Unternehmen für sich selbst und für die eigene Zukunft verantwortliche ist. Hier läuft etwas gehörig schief im Wirtschaftsleben, wenn der Unternehmer die Zügel aus der Hand gibt.

Das bringt uns zu dem nächsten Irrsinn der letzten Jahre. Dem Outsourcing. Mitarbeiter und Abteilungen werden aus dem Unternehmen gedrängt. Man formuliert es schöner, doch was passiert wirklich? Zum Beispiel wird die IT als externes Unternehmen aufgestellt. Die Dienstleistung kauft man dann günstiger ein. Man hat sich der Mitarbeiter entledigt. Damit schneidet sich jedes Unternehmen ins eigene Fleisch, weil das ganze Wissen der IT dann nicht mehr im Haus, sondern ausgelagert ist. Das ist für kein Unternehmen erstrebenswert. Wissen ist bekanntlich Macht, das gilt auch für das Wissen der Mitarbeiter. Damit muss man vorsichtig umgehen.

Zum Glück hat sich diese Krankheit Outsourcing selbst zugrunde gerichtet. Seit einigen Jahren haben Unternehmen den Fehler erkannt und sehen zu, dass ausgegliederte Unternehmensteile wieder in den Verbund geholt werden. Kurzfristiger Profit hat wieder einmal zu wirren Entscheidungen geführt. Vielleicht hat sogar ein Strategieberater diese clevere Idee in die Welt gesetzt, wer weiß das schon?

Kurzfristiger Profit ist ein gutes Stichwort. Welches Unternehmen agiert heute noch langfristig? Welches Unternehmen lässt mal die Dividende für die Aktionäre weg und investiert das gesparte Geld in die Zukunft von Unternehmen und Mitarbeiter? Was wir verfolgen können, ist nämlich das Gegenteil. Der kurzfristiger Erfolg ist ausschlaggebend. Da müssen die Zahlen im Quartal überzeugen und nicht die Leistung des Unternehmens über einen längeren Zeitraum. Wenn die Unternehmen nur so penibel auf die Meinung ihrer Kunden achten würden, wie auf die Reaktion des eigenen Aktienkurses, dann würde sie ihre Kunden auch besser verstehen können. Wollen die Unternehmen denn überhaupt verstehen?

Die Weihnachtsfeiertage sind eine gute Gelegenheit für die Wirtschaft, auch über das eigene Handeln grundlegend nachzudenken.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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