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Herr Steinbrück ist der Kanzlerkandidat der SPD. Das ist der Mann, der die letzten Jahre auf den hinteren Reihen im Bundestag saß und sich mit Reden halten ein Zubrot verdiente. Und obwohl er sich in der Oppositionsarbeit der SPD nicht besonders hervorgetan hat, wurde er zum ersten Mann gewählt. Als einzigem Bewerber wurde es ihm auch besonders einfach gemacht. Jetzt hat er die Stimmen der Genossen erhalten und nun will er auch die Stimmen der Wähler. Er redet und redet, nur die Wähler verstehen ihn nicht.

Da versucht jemand, der Millionen verdient, sich als einer von den durchschnittlichen Menschen zu geben. Die Arbeiterklasse, die die SPD ursprünglich vertreten hat, kann sich jedoch gar nicht für einen Kandidaten begeistern, der offensichtlich der Wirtschaft näher ist als der Mittelschicht. Naja, die Wirtschaft bezahlt auch besser. Wenn man seine Einnahmen der letzten Jahre zusammen addiert, kommt man auf ein stolzes Ergebnis. In der Wirtschaft ist reden eben besonders wichtig. Dabei kommt es nicht darauf an, ob man tatsächlich etwas zu sagen hat oder nicht.

Das scheint Herr Steinbrück gut gemacht zu haben. Leider glaubt ihm jetzt die Wählerschaft der SPD nicht, dass jemand, der erwiesenermaßen viel reden kann, auch handeln wird. In der Schule war das nicht anders. Die Schwätzer von den hinteren Reihen haben die Stunde vollgeredet, aber bei der Klausurarbeit schnitten sie meistens nicht gut ab. So kann der Kanzlerkandidat mehr "Sozialdemokratie" fordern, so viel er will. Wie soll sich der Wähler für solch eine Wortwahl erwärmen?

Genau das Gegenteil ist nämlich der Fall. Deutschland ist in den letzten Jahren immer weniger sozial geworden. Daran hat der Herr Steinbrück auch seinen Anteil. Mit der Agenda 2010 unter der rot-grünen Regierung wurden die Menschen zu Leiharbeitern, Mini-Jobbern und Harz IV-Empfängern gemacht. Will Herr Steinbrück jetzt denen die  Hand reichen, die er selbst in die Grube gestoßen hat? So kommt wohl seine Nachricht an, wenn der erste Mann der SPD, von "wir" spricht und "weniger ich" sagt. Er weiß schon, warum.

Er will den Fokus von sich weglenken und gemeinsam sozialdemokratische Werte leben. Das kann der Mann sooft wiederholen, wie er will. Es wird ihm nicht gelingen. Der SPD-Mann hat mit der Wirtschaft angebandelt und ist in den Augen der Wähler "keiner von uns". Warum sollten die Wähler diesen Kanzlerkandidaten wählen? Eben, sie werden es auch nicht. Frau Merkel hat nächstes Jahr leichtes Spiel.

Herr Steinbrück erfährt von den SPD-Wählern nicht viel Unterstützung. Auch diejenigen, die für seine glühenden Reden bezahlt haben, haben jetzt genug von ihm. Laut spiegel-online wollen "drei Viertel der deutschen Top-Entscheider" diesen Kandidaten nicht als Kanzler haben.

Das ist natürlich Pech für Herrn Steinbrück. Hat er sich doch so viel Mühe gegeben, um auch der Wirtschaft zu gefallen. Umso mehr muss Steinbrück jetzt reden, um zu überzeugen. Je mehr er nun auf sich aufmerksam macht, entfernt er sich von einem "wir" und wird immer weiter zu einem "ich". Die Wähler wissen bereits, dass das, was gesagt wird, nicht immer so gemeint ist. Besonders im Falle von Herrn Steinbrück.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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