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Woran orientiert sich ein Kontinent wenn Vorbilder fehlen? Europa braucht Vorbilder, denn es selbst ist zu klein, um zu dominieren. Es braucht Staaten, die den Weg zeigen, an denen es sich messen und leiten lassen kann. Lange Zeit war das die USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, dann war es China und auch diese Lokomotive schwächelt. Europa ist alt genug, auf eigenen Beinen zu stehen, ob es das schafft, steht in den Sternen.

In der Vergangenheit war die USA das Maß aller Dinge. Die weltgrößte Volkswirtschaft zeigte den Europäern, wo es lang geht. Egal, ob auf dem Arbeitsmarkt mit ihrer Hire and Fire Mentalität oder auf dem großen Parkett der Wallstreet, ob mit ihren riesigen Konzernen oder mit ihren Bürgern, für die King-Size nicht groß genug sein konnte. Europa schaute staunend über den großen Teich. Hinüber zu den konsumfreudigen Amerikanern, die ihre Wirtschaft auf den Beinen hielten, indem sie kauften. Ob sie dafür Geld hatten, wurde nicht gefragt, es wurde einfach gemacht.

Die Europäer haben diese Lebensart vorgeschwärmt bekommen. Die europäische Politik wurde nicht müde, die Menschen ebenfalls auf das Konsumieren einzuschwören. Auch die europäischen Bürger sollten konsumieren und somit die Wirtschaftleistung, man könnte auch Konzerngewinne sagen, steigern. Die Europäer zierten sich. Sie sind eben aus einem anderen Holz. Man kann bekanntlich aus einem Brauereigaul kein Rennpferd machen.

Die USA war dabei das Rennpferd und gab auch die Geschwindigkeit auf dem Arbeitsmarkt vor. Der gewöhnliche Amerikaner würde nicht nur seiner normalen Arbeit nachgehen, sondern sich nicht scheuen, einen Zweit- oder einen Drittjob anzunehmen. Europa, nimm dir ein Beispiel an Amerika, hieß damals immer wieder. Diese Leute murren nicht, sie arbeiten, war der Tenor.

Wie Sklaven wollten die Europäer nicht arbeiten, wurden jedoch immer weiter in die Richtung Leiharbeit und Minijobs gedrängt (Agenda 2010, beschlossen durch Rot-Grün). Zum Glück nicht in dem Ausmaß, wie das in den USA der Fall war. Wohin die USA mit ihren Leitmotiven gelangt ist, kann man heute an dem Elend das Landes sehen. Die Konsumenten sind Pleite, die Mittelschicht fast ausradiert, 47 Millionen Menschen sind auf Lebensmittelmarken angewiesen, ein dahinsiechender Arbeitsmarkt und der Staat steht kurz vor dem Bankrott.

Die USA, das große Vorbild, hat viel von seinem Glanz verloren. Von einer starken Wirtschaftsmacht  zerfiel das Land, also musste sich Europa nach einem neuen Vorbild umsehen. Das war dann China.

China, ein Land der unbegrenzten Ressourcen. Es mangelt nicht an Platz, nicht an Arbeitskräften, nicht an Devisen. Die Chinesen haben alles und können jetzt auch alles. Vor nicht allzu langer Zeit hatten die Europäer die Chinesen noch belächelt, doch diese Zeiten sind vergessen. Wenn heute ein Sack Reis umfällt, dann bringt er ganze Rohstoffmärkte durcheinander, früher hat das niemanden interessiert.

Die Chinesen sind nun das Leitbild für Europa. Man will zwar nicht so sein wie ein Chinese, man will auch nicht kommunistisch geführt werden, aber man will die Wirtschaftsleistung kopieren, die dieses Land seit Jahren vorweist. Also hängt sich Europa an das große asiatische Land und versucht, sich an deren Leistungen zu orientieren. Ob das gelingt, ist schwer zu sagen. Denn China taugt nicht als Vorbild. Zu fremd sind die Kulturen und die die Werte.

Wenn die USA als Vorbild ausfällt und China nicht als Vorbild harmoniert, bleibt ein Europa zurück, dass entweder zu eigenen Werten finden muss oder in die Unbedeutsamkeit abgleiten wird. Denn andere Vorbilder gibt es derzeit nicht.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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