Buchtipp

Frau Merkel, das ist die Sparmeisterin aus Deutschland, hat gesagt, Europa müsse sparen. Nun gut, das ist nicht neu. Seit Ausbruch der Schuldenkrise knechtet sie die Mittelmeerländer mit ihren Sparforderungen. Das lässt sich aus dem reichen Deutschland leicht fordern, wenn man noch für Minuszinsen weiteres Geld erhält. Jetzt hat die Kanzlerin schon wieder die Peitsche herausgeholt und lässt sie drohend in Richtung Frankreich knallen. Ihr geht es jedoch nicht darum, weniger auszugeben.

Griechen und Portugiesen sind gar nicht gut auf die Kanzlerin aus Deutschland zu sprechen. Immer, wenn die anderen Nationen Hilfe erhalten sollten, sprang die Kanzlerin dazwischen und bekräftigte ihre Forderung nach weiteren Sparmaßnahmen. Woher nehmen und nicht stehlen, dachten sich die Mittelmeerländer. Sie hatten ja nichts. Doch das störte die Kanzlerin wenig. Es ging sogar soweit, dass sie nach Athen und Lissabon gereist ist und den Ländern mehr Anstrengung vorschlug.

Jetzt könnte man meinen, es könne der Kanzlerin egal sein, was die kleinen Nationen von ihr halten. Doch nun will sie ein Sparen für ganz Europa vorschreiben. Insbesondere an den Sozialsystemen soll gespart werden und hier wird es schwer politisch. Frau Merkel mochte Herrn Sarkozy, weshalb sie sich im französischen Wahlkampf auch auf seine Seite schlug. Zu ihrem Pech hat der sozialistische Kandidat Hollande gewonnen und nun haben sich Deutschland und Frankreich entzweit.

Deutschland will nach links, die Franzosen nach rechts. Die Deutschen wollen Sparen, die Franzosen mehr Ausgaben für Wachstum. Und hier liegt der Hund begraben. Um Wachstum zu erzielen, muss Frankreich mehr Schulden machen. Dieses Wachstum will die Kanzlerin verhindern. Da sie den Franzosen nicht direkt etwas verbieten darf, hat sie die Schwachstelle des großen Landes westlich von Deutschland gefunden.

Merkel formuliert ihre Forderung auf Europa gerichtet: "Europa muss sparen", sie meint aber "Frankreich muss sparen" und die Kernforderung lautet, die Sozialsysteme würden viel zu viel kosten und Europa müsse sich davon abkehren. Gegen diese Strategie kann Frankreich erst mal nichts entgegensetzen. An den Bürgern zu sparen bedeutet für das Land eine Revolution zu entzünden, es würde zu Aufständen im Land kommen. Die Franzosen sind schnell auf der Straße, wenn man ihre Rechte (ihr Erreichtes) wegzunehmen droht.

Damit sitzt Hollande in der Falle. Die Konfrontation mit seinen Bürgern kann er nicht riskieren. Außerdem hat er ihnen Wachstum versprochen, er will nicht als Lügner dastehen. Er kann aber auch nicht sparen, dass weiß die Kanzlerin auch. Es ging ja auch nie darum. weniger Geld auszugeben, auch wenn es so formuliert war. Es sollte den Franzosen ein Schlag in die Magengegend verpasst werden und das ist der Kanzlerin wohl gelungen. Will man hier einen Konkurrenten schwächen?

Frankreich spürt die harte Hand Deutschlands, was der Beziehung nicht gut tun wird. Deutschland wird sich auf diesem Weg keine Freunde machen. Es hat schon keine Freunde unter den Mittelmeerstaaten, auch Italien und Spanien sind nicht freundlich auf Deutschland zu sprechen. Die Briten auch nicht. Jetzt verscherzt man es sich auch mit dem ehemaligen Partner Frankreich. Deutschland isoliert sich in Europa. Bald bleiben keine Freunde mehr übrig.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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