Buchtipp

Schaut man sich den Kursverlauf des deutschen Leitindex DAX an, dann muss man sich als neutraler Anleger fragen: „Geht das Ganze noch mit rechten Mitteln vonstatten“, oder „Hat der Teufel seine Finger im Spiel? ". Bis zu einem gewissen Grad lassen sich Unnatürlichkeiten am Aktienmarkt erklären, manche sagen dazu gelegentlich auch „schön reden“. Dass der Kursverlauf jedoch wie an einer Schnur gezogen steigt, das kommt selten vor. Ergo, jemand bringt die Aktienkurse dazu, nur eine Richtung zu kennen.

Jetzt wissen unsere Leser sicherlich, dass die Euphorie am deutschen Aktienmarkt dem sogenannten Window Dressing geschuldet ist. Jedenfalls sagt man das im Allgemeinen. Dabei war niemand, als ein Verkäufer seine Aktien an den Käufer überreicht hat und was die Gründe dafür waren. Gut nehmen wir an, der fulminante Kursanstieg rührt wirklich davon, dass institutionelle Anleger wie wild Aktien kaufen und so die Kurse steigen lassen. Sind die Großanleger also teuflisch? 

Jedenfalls müssen sie kapitalstark sein, denn den DAX anzuschieben, das haben sie geschafft, und nun läuft das Pelztier wie von der Tarantel gestochen. Kein Anstieg ist ihm steil genug, kein Rücksetzer wird wirklich ausgeführt, sondern nur angedeutet. Nein, wenn der Index steigen soll, dann passiert das auch. Das wiederum bedeutet, dass die Kleinanleger nichts zu melden haben. Wenn die Großen sich den Index zurechtlegen, dann ist die Börse auch gefügig.

Also gut, das Börsenjahr neigt sich dem Ende zu. Nächste Woche ist Weihnachten. Nehmen wir an, die institutionellen Anleger haben den Markt leergekauft und die Kleinanleger haben dabei geholfen. Das machen sie, damit ihre Performance zum Jahresabschluss besonders schön aussieht und sie damit ihre diesjährige Leistung bewerben können. Wer sich mit dem Aktienmarkt auskennt, der weiß, dass vergangene Leistungen nicht auf die Zukunft projizierbar sind. Aber für die Werbung ist das nicht ausschlaggebend.

Wirklich teuflisch wird es, wenn der Interessent sich fragt, was denn zu Beginn des nächsten Jahres mit diesem ganzen Berg an Aktien passieren wird? Die Käufe der institutionellen Anleger sind ja für den Jahresabschluss gedacht, der wäre mit dem Beginn des neuen Jahres Geschichte und dann sitzen die Großinvestoren auf vielen Aktien, welche sie nicht mehr benötigen.

Dann kann es ganz schnell ganz schön heiß in der Hölle werden, dann nämlich, wenn die Aktien dann plötzlich abgeladen werden sollten. Dieser Vorgang wäre naheliegend. Hilfreich für die kapitalstarken Marktteilnehmer ist zudem, dass sich die Börsenstimmung plötzlich stark aufhellt. Deutsche kaufen Aktien und das nicht zu knapp. Dax-Ziele werden auch schon genannt. Analysen sehen den DAX bereits bei 8.000 Punkten und Optimisten liefern gleich die Vorhersage von 10.000 Punkten ab.

Unter diesen Umständen sollte sich der oben geschilderte teuflische Plan erfüllen lassen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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