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Wer an der Börse starten will, der muss sich zunächst einlesen. Bücher werden gewälzt und Internetseiten durchstöbert, um zunächst zu verstehen, wie die Börse funktioniert. Wie wählt man die richtige Aktie und wann steigt man ein, sind oftmals die drängendsten Fragen. Dabei kann der Anleger gar nicht genug bekommen, je mehr Wissen umso besser, denkt er sich. Doch vielleicht ist genau dieser Punkt ein Trugschluss, vielleicht ist zu viel Börsenwissen eher von Nachteil.

Denn es ist so, die Börse ist ein gefährliches Pflaster. Jeder, der die Finanzmärkte kennt, weiß, dass sich dort Finanzmonster tummeln, dass sich die großen Anleger immer wieder gegen die kleineren behaupten, dass die Kleinanleger Fischfutter für die großen Haie sind. Das heißt, die privaten Anleger müssen vorsichtig sein, wenn sie an der Börse agieren wollen. Haben diese dann auch schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht, dann wird aus der Vorsicht schnell Angst.

Wer Angst hat, der traut sich nicht, wer sich nicht traut, der investiert nicht. Wer nicht investiert, der kann die Chancen des Marktes auch nicht nutzen. Wer also aus Sorge vor einem Verlust keine Anlageentscheidung trifft, der geht an der Börse leer aus. Das Wissen über die drohende Pleite verhindert, dass eine Position eröffnet wird.

Das gilt ebenso für das Verpassen einer sogenannten Jahresendrally. Der Anleger hat ja nicht willentlich den Börsenzug an sich vorbeirollen lassen. Er hätte gerne ein paar positive Transaktionen abgewickelt, jedoch hat ihn sein Wissen daran gehindert in diesen instabilen Markt zu investieren. Die Denke des Anlegers ist nachzuvollziehen. Eurokrise, Finanzkrise oder Schuldenkrise laden nicht zum Investieren ein. Hinzu kommt die Lage in der Wirtschaft, bei der dunkle Wolken bereits aufgezogen sind. Nein, unter diesen Umständen macht es keinen Sinn zu investieren.

Das Ergebnis ist bekannt: Der DAX steigt seit vier Wochen und hat tatsächlich die Jahresendrally abgeliefert. Auch ohne unseren Anleger. Wäre man besser gefahren, wenn man nicht auf seinen Verstand gehört hätte? Denn an der Börse ist Vieles unlogisch. Eine Abhängigkeit, wenn ein Ereignis eintritt, dass dann ein anderes folgt, ist nicht vorhanden. Schlechte Nachrichten können zu steigenden Kursen führen und umgekehrt. Was soll der Anleger dann mit seinem Wissen, könnte man sich fragen.

Am Ende eines Handelstages oder am Ende einer Jahresendrally erscheint Vieles viel klarer als zu Beginn des Tages/der Bewegung. Was jetzt als glasklarer Zeitpunkt für einen Einstieg gepriesen wird, war es zu der Zeit möglicherweise nicht. Das gilt auch für viele Anleger, die nachträglich klagen, "Ach hätte man vor 20 Jahren Microsoft Aktien gekauft…". Der Trugschluss ist offensichtlich. Zum Kaufzeitpunkt wusste kein Anleger, dass diese Aktie solch eine Performance abliefern würde.

Mit Wissen kann der Anleger Risiken abschätzen. Das ist wichtig, denn sonst ist der Einstieg in den Aktienmarkt pure Zockerei. Um am Beispiel der Jahresendrally zu bleiben: Der Anleger kann bewerten, ob ein Einstieg unter Chance-Risiko-Aspekten Sinn macht oder eben nicht. Im Falle von einem zu großen Risiko muss der Anleger die Finger von einem Einstieg lassen. Das Wissen schützt den Anleger vor gefährlichen Transaktionen. Es agiert als Frühwarnsystem. Im Falle der Jahresendrally war das Beobachten des Marktes von der Seitenlinie aus kein Fehler.

Nur das Anlegerhirn will diese sinnvolle Entscheidung des Börsianers nicht wertneutral hinnehmen. Dem gilt es zu widerstehen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

 

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