Buchtipp

In der Umgangssprache heißt es oft, das Geld liege auf dem Boden, der Mensch müsse sich nur bücken um es aufzuheben. Damit ist gemeint, dass man die Chancen der jeweiligen Zeit erkennen muss. Dass man mit offenen Augen durch die Welt gehen muss, um die Münzen auf dem Boden aufzuheben. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise wissen wir auch, dass das Geld auch vom Himmel fällt. Dem amerikanischen Notenbank-Präsidenten Ben Bernanke, auch „Helicopter Ben“ genannt, sei Dank. Doch welche Folgen hat die ganze Druckerei?

Den Namen „Helicopter Ben“ erhielt der FED-Chef, weil er in der Vergangenheit einmal gesagt hatte: Wenn die amerikanische Wirtschaft in Schwierigkeiten sein sollte, dann wäre die Lösung, mit dem Hubschrauber Geld zu verteilen, je mehr umso besser. Das würde jede Krise wirksam bekämpfen. Genau das macht Bernanke seit Jahren, nämlich seit dem Ausbruch der Finanzkrise: Er druckt fleißig Geld. Noch bekommen das Geld die Finanzwelt und der amerikanische Staat. Die Bürger sehen von diesem Geld noch nichts. Das wird sich jedoch schnell ändern, wenn das nun im Umlauf gebrachte Geld an die Wirtschaft und an die Konsumenten weitergereicht wird, dann wird eine stark steigende Inflation die Folge sein.

Der Herr Bernanke weiß auch, wovon er redet. Er hat die große Depression der 30er Jahre erforscht und ist zu dem Schluss gekommen, dass die damalige Wirtschaftskrise nur deshalb so schlimm werden konnte, weil die Geldmenge verknappt wurde. Zu schnell hat man sich auf das Sparen fokussiert und das hat jedem letzten Pflänzchen der Wirtschaft das Wachstum genommen. Das soll diesmal so nicht sein und daher feuern die Zentralbanken aus allen Richtungen. Die FED aus dem Hubschrauber und die europäische Zentralbank EZB aus der dicken Bertha.

Die FED hat bereits für das nächste Jahr angekündigt, dass sie für monatlich 85 Milliarden Dollar Wertpapier aufkaufen wird (40 Milliarden Hypothekenpapiere, 45 Milliarden Staatsanleihen). Das sind riesige Summen. Das Geld wird wirklich mit vollen Händen ausgegeben. Nicht hinterfragt wird, dass dieses Geld nicht existiert, es wird gedruckt. Wie es sich mit dem Drucken von Geld verhält, weiß man nicht erst seit der Entwicklung in dem Land Simbabwe.

Das Drucken von Geld ist nämlich ein sehr heikles Vorgehen. Schafft man es in kurzer Zeit eine Wendung zum Positiven zu erwirken (Menschen glauben an eine Besserung in der Zukunft, Unternehmen investieren wieder, stellen Leute ein, Wirtschaft wächst, Menschen konsumieren mehr, Unternehmen machen Gewinne) dann war die Maßnahme fruchtbar. Geht die Rechnung jedoch nicht auf und das ist in der aktuellen Krise der Fall, dann sind die Folgewirkungen desolat (Wirtschaftsleistung kommt wegen der schlechten Aussichten zum Stillstand, Unternehmen fahren andauernd Sparprogramme (kommt Ihnen das bekannt vor?), Arbeitslosigkeit steigt in der Folge, zudem leidet die Währung, weil sie durch die massive Druckerei an Wert verliert).

Die Zentralbanken spielen mit dem Feuer, und das ist nicht nur bei der FED der Fall. Auch die EZB verbrennt sich bereits die Finger, kann den Schmerz jedoch noch verbergen. Die EZB hat ihre Unabhängigkeit bereits eingebüßt, ihre Glaubwürdigkeit ebenso, da sie eigene Regeln ausgehebelt hat. Beide Zentralbanken sind nun auf einem Weg, auf dem sie nicht mehr zurück können. Sie müssen weiter drucken. Jeden Fehlschuss versuchen sie mit noch mehr Munition auszugleichen. Das dies nicht gelingt, wissen wir seit einigen Jahren.

Entgegen der Aussagen der Zentralbanken, dass sie die Gelder wieder aus dem Markt nehmen werden, sobald sich die Lage am Arbeitsmarkt und die Konjunktur sich bessert, wird sich das nun in die Welt gesetzte Geld in der Wirtschaft verteilen und vor allem auch zu den Menschen durchsickern. Wenn Menschen haufenweise Papiergeld in den Händen halten, dann erinnern wir uns schnell an die Hyperinflation in Deutschland im Jahre 1923. Geld wurde wertlos, das Ersparte auf der Bank ebenso.

Jeder weiß, dass sich die Vergangenheit immer wieder wiederholt. Auch wenn die Menschen glauben, sie seien weiter entwickelt, sie seien schlauer oder aufgeklärter als früher. Das ist jedoch nur ein subjektives Gefühl. Tatsächlich machen die Menschen die immer gleichen Fehler. So auch beim Drucken von Geld. Die einfache Frage, die man sich stellen sollte ist: Hat das Drucken von Geld bisher in irgendeiner Weise geholfen? Die Antwort ist selbstredend.

Das Geld liegt nicht nur auf dem Boden, es steht den Leuten nicht nur bis zum Knie, nein, das Geld steht ihnen bis zum Hals. Noch halten die Dämme, doch wie lange kann das gutgehen? Bisher wollen die Zentralbanken den Menschen vormachen, dass man nur lange genug drucken muss, um sich seiner Probleme zu entledigen. Dass das nicht stimmt, beantwortet schon der gesunde Menschenverstand.

Früher hatte man Geld unter der Matratze versteckt, heute verstecken die Menschen Goldmünzen. Sie wissen schon warum. Man muss eben die Zeichen der Zeit erkennen. Gold ist der wirksamste Schutz vor Inflation.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

Share This