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Der arme Herr Schmidt. Das ist der Verwaltungsratschef von Google. Er hat ausgesprochen, was selbstverständlich ist und wird jetzt dafür angefeindet und als böser Bube dargestellt. Was hat er gesagt? Das Steuersparmodell, das Google nutzt, um so wenig Steuern wie möglich zu zahlen, sei etwas ganz Selbstverständliches. Die Staaten würden diese Form des Sparens erlauben und Unternehmen würden sie nutzen. Er hätte kein Problem damit. Warum sollte er auch, denn er hat ja recht.

Diese Heuchelei in den Medien schon wieder. Diese schlagen sich auf die Seite der Bürger und deuten mit dem Finger auf die bösen Konzerne. Diese würden Steuern sparen (wie können sie nur?) und sich Vorteile erarbeiten (ach nee) und das alles nur, um ihren Profit zu steigern (so,so). Im Falle von Google sind das ungefähr zwei Milliarden Dollar im Jahr.

Warum heißt ein Steuersparmodell – Steuersparmodell? Weil es eben Steuern sparen soll. Und wenn das Geldgeschiebe quer durch Europa oder manchmal quer durch die ganze Welt legitim ist, dann werden das die Unternehmen auch machen. Sie sparen dadurch Steuern. Niemand hat Geld zu verschenken.

Wenn irgendjemand hier den Bösewicht sucht, dann ist das die Politik. Wenn die Staaten solch eine Möglichkeit der Besteuerung zur Verfügung stellen, dann ist diese Art der Steuerersparnis gewollt. Warum also regen sich die Medien über die wahren Worte des Herrn Schmidt auf?

Es gibt überhaupt keinen Grund für diese gespielte Entrüstung. Vor allem wird immer wieder auf dem Punkt herumgeritten, dass die einfachen Bürger keine Steuern sparen könnten. Tja liebe Medien, keine Partei will diesen Punkt ändern.

Wenn die Bundesrepublik eine einfache bzw. vorteilhaftere Besteuerung für ihre Bürger gewollt hätte, dann hätte sie das in vielen vergangenen Jahren in die Wege leiten und umsetzen können. Will man ja gar nicht. Also bleibt alles beim Alten. Die Bürger bezahlen ihren Anteil am Steueraufkommen und die Unternehmen sehen zu, wie sie ihre Steuerlast senken können.

Natürlich wäre es schön, wenn die Unternehmen zu dem gesellschaftlichen Einkommen (Steuereinnahmen des Staates) mehr beitragen würden, dann aber müsste sich in den Staaten auch etwas beim Umgang mit den Steuergesetzen ändern. Steuersparmodelle, die nur darauf ausgelegt sind, Gewinne soweit zu verschleiern, dass am Ende kaum mehr ein Gewinn übrig bleibt, müssten verboten werden.

Das will jedoch niemand. Und damit wären wir wieder bei der Heuchelei, welche zu Beginn dieses Artikels angesprochen wurde. Es wird jetzt nur laut geschimpft. Im Grunde weiß jeder, dass gefühlt alle Konzerne und auch mittelständischen Unternehmen die ihnen gebotenen Möglichkeiten zur Steuervermeidung ausnutzen. Dass liebe Leser, ist so. Das kann vielleicht sogar auch in dem Unternehmen, in dem Sie arbeiten, der Fall sein. Es ist nämlich gängige Praxis.

Die Unternehmen wären auch unklug, wenn sie ihre Steuerlast nicht senken würden. Die Möglichkeiten werden ihnen ja ganz offiziell zur Verfügung gestellt. Wie sagte Herr Schmidt von Google: "Das nennt man Kapitalismus".

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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