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Am Ende eines Jahres schaut man oftmals zurück und erkennt erneut, wie deutlich sich die Euroretter vertan haben. Es war zu Beginn der Krise unmöglich, dass so große Nationen wie Spanien und Italien in den Strudel der Krise geraten konnten. Das durfte einfach nicht sein. Jetzt sind wir soweit, dass es gar nicht mehr nur um die beiden genannten Länder geht, sondern auch Frankreich in schwerer Notlage ist. Die Großen sind zu einem riesigen Problem geworden, zu groß?

Wer sich noch an den Anfang der Krise erinnert, dem werden die Isländer einfallen. Der Zwergenstaat hatte mit Problemen im Bankensystem zu kämpfen. Er wurde schnell verarztet und als klein und unbedeutend in die Ecke gestellt. Zunächst sprach man noch von einem Einzelfall.

Doch auch in Irland brach die ätzende Verschuldungsproblematik durch und auch dieses Land brauchte bald Hilfe und musste gestützt werden. Irland war schon größer als Island, aber auch nicht unmöglich zu retten. Also half man. Die Euroretter wähnten sich in Sicherheit, da die Großen ja außen vor waren.

Zudem sind die Staaten Island und Irland nicht so heißblütig in den Verhandlungen. Mit denen ließen sich Maßnahmen entwickeln und umsetzen. Vor allem Irland gilt als Musterschüler, da deren Bürger ohne Murren jede Einschränkung akzeptierten. Doch es sollte nicht bei Irland allein bleiben. Die Griechen betraten die große europäische Bühne und sollten für viele Schlagzeilen sorgen.

Die Griechen ließen sich nichts gefallen und wurden dafür umso mehr mit Kritik überhäuft. Auch hier mussten die Euroretter rettend eingreifen. Es blieb ihnen keine andere Wahl, wie sie immer wieder betont haben. Das Volumen der Hilfsgelder stieg mit jeder neuen Maßnahme.

Den Griechen folgten die Portugiesen, die sich auch in den gleichen Schwierigkeiten befanden. Im Grunde wütete die, nennen wir es Schuldenpest, in Europa. Nur die Euroretter wollten die schmerzhafte Krankheit nicht wahrhaben.

Noch immer folgten Beschwichtigungen, dass man alles unter Kontrolle habe, dass es nicht zu einer Eskalation kommen werde und was noch so als Begründung aufgetischt wurde. Besonders hervorzuheben waren die Aussagen, dass man die kleinen Nationen retten könne, die Großen, die dürften sich jedoch nicht mit der Schuldenpest anstecken, die könne die europäische Gemeinschaft nicht retten.

Das ist die wichtigste Nachricht dieses Artikels, verehrte Leser. Obwohl man sich damals in Europa nicht für stark genug gehalten hat, die Probleme in Spanien und Italien stemmen zu können, ist man heute soweit, dass diese Staaten auch schon Hilfsmaßnahmen benötigen. Wir sind also viel weiter im Krisenszenario, als sich die Euroretter selbst eingestehen wollen. Vor allem steckt die Rettungsmaschinerie bis zum Hals im Dreck. Denn eine Lösung, wie man die Schuldenkrise lösen könnte, gibt es bis heute nicht.

Die EU muss sich plötzlich mit den großen Nationen auseinandersetzen. Denen kann sie gar nicht so leicht etwas diktieren, wie sie das bei den kleineren Staaten gemacht hat. Hinzu kommt, dass Italien wieder instabil wird (Rücktritt Monti, Auftritt Berlusconi) und nun auch Frankreich vom Euroretter zum Hilfesuchenden mutiert ist. Immer mehr größere Staaten werden zum Problemfall.

In Wirklichkeit zerfällt die Eurozone schon seit längerer Zeit. Sie ist nun soweit, dass sie eine größere Last trägt, als sie tragen kann. Die ganz natürliche Folge ist, dass der Träger der Lasten bald zusammenbricht. Die EU weiß eigentlich, dass sie die großen Nationen nicht stützen und auch nicht retten kann, sie tut nur so.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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