Buchtipp

Die HSBC Bank wurde zu einer Milliardenzahlung in Höhe von 1,9 Milliarden Dollar verdonnert. Die Medien sprechen von einer Rekordstrafe. Es sieht so aus, als wäre hier eine riesige Strafe ausgesprochen worden, das ist es jedoch ganz und gar nicht. Es hängt nämlich immer von der Betrachtungsweise ab, ob ein Betrag hoch ist oder nicht. Wenn also von riesigen Summen, von Rekordstrafen gesprochen wird, dann muss man erst nachsehen, was das Unternehmen so verdient.

Und da wird man im dritten Quartal dieses Jahres schnell fündig. Allein in einem einzigen Quartal hat die HSBC Bank 5 Milliarden Dollar (bereinigt um Sondereffekte) verdient. Da staunt der einfache Bürger und bekommt große Augen. Denn für die kleinen Lohnempfänger sieht das Strafmaß in Höhe von 1,9 Milliarden Dollar sehr groß aus, aber das ist es überhaupt nicht, wie man jetzt im Verhältnis betrachtet erkennt.

Das wäre so, als wenn der Angestellte mit 2.000 Euro netto im Monat, das macht 6.000 Euro im Quartal oder 24.000 Euro im Jahr eine Strafe in Höhe von 2,280 Euro aufgebrummt bekommt. Der Betrag ist nicht wenig, jedoch auch kein Beinbruch. Und schon gar keiner für ein Finanzinstitut.

Damit relativiert sich sehr schnell die Rekordstrafe für die HSBC Bank. Man kann diese Strafe getrost als Peanuts bezeichnen. Und doch werden die Medien nicht müde, dem kleinen Mann diese Strafe als drakonisch, als einschneidend und vor allem als schmerzhaft darzustellen. Glaubt man den Formulierungen, dann müsste man annehmen, die Strafhöhe wäre enorm. Das ist sie ganz und gar nicht.

Hinzu kommt, dass eine Strafe ja bedeutet, dass der Täter (die HSBC half Kunden bei fragwürdigen Geldtransfers) abgeschreckt wird und sich nie wieder zu solch einer Tat verleiten lässt. Von wegen Abschreckung. Strafen gegen Finanzunternehmen gibt es zu Hauf. Sie kommen regelmäßig vor. Das hält die Unternehmen jedoch nicht davon ab, den Kunden auf anderem Weg "hilfreich" zu sein. Meist einigen sich beide Parteien, indem eine Zahlung vereinbart wird.

Jetzt wissen Sie auch, wieso die Finanzinstitute sich immer wieder mit Behörden und Gerichten einigen wollen, nämlich weil das Strafmaß nicht weh tut. Solange sich die Unternehmen fast immer einigen können, keine Konsequenzen zu befürchten haben und das Strafmaß so niedrig angesetzt wird, dann nur weiter so, könnte man annehmen. Denn mit den Geschäftspraktiken hat die HSBC Bank bestimmt mehr verdient, als was sie jetzt als Strafzahlung aufgebrummt bekommt. Denken Sie immer an die Relation.

Für unsere Leser gilt die Betrachtung aus der Distanz. Achten Sei bei den medialen Rekordsummen und den Rekordzahlungen, ob hier wirklich Äpfel mit Äpfeln verglichen werden. Denn meist vergleicht das Gehirn vorschnell das eigene Einkommen mit der Milliardenstrafe. Dabei sieht die verhängte Summe eben riesig aus und genau das wollen die Medien auch erreichen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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