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Die EZB hat in Form ihres Vizepräsidenten Vitor Constancio verlautbaren lassen, dass sich die Konjunktur in Europa ab Mitte 2013 erholen wird. Woher der Herr diese Annahme hat ist unklar, vor allem, weil die Konjunktur-Indikatoren nach Süden zeigen. Die Aussagen der EZB klingen daher sehr nach Mutmachen, nach gekünsteltem Optimismus. Man macht den Bürgern erneut falsche Hoffnungen, die man nicht erfüllen wird. Solche falschen Versprechungen gab es in der Vergangenheit schon öfter.

Nach Aussage der EZB sollen im Jahre 2013 zunächst nur die Kernländer in Europa genesen und ab 2014 sollen alle Nationen des Kontinents Wachstum erzielen, davon ginge die EZB aus, sagte Constancio auf einer Pressekonferenz am Wochenende. Genauso wie derzeit vehement positiv über den Aktienmarkt berichtet wird, wird in diesem Fall ebenso eine besonders optimistische Annahme der wirtschaftlichen Zukunft Europas gemalt. Leider wird sich diese nicht bewahrheiten können, dennoch hält das die EZB scheinbar nicht davon ab, diese Annahme in die Welt zu setzen.

Die deutschen Bürger kennen solche optimistischen Aussagen nicht erst seit "die Rente ist sicher" vom damaligen Arbeitsminister Blüm oder "mehr Netto vom Brutto", dem falschen Versprechen der FDP im Bundestags-Wahlkampf im Jahre 2009. Auch die Wiedervereinigung mit der DDR sollte keinen Deutschen etwas kosten und der Solidaritätszuschlag nur für kurze Zeit begrenzt sein. Der damalige Bundeskanzler Kohl versprach blühende Landschaften für den Osten der Republik, doch das zarte Pflänzchen will bis heute leider nicht blühen. Da muss sich der gewichtige Kanzler wohl vertan haben, oder war es vielleicht Absicht?

Oftmals sollen optimistische Versprechungen von anderen Zielen und Absichten ablenken. Als zu Beginn der Schuldenkrise Finanzmister Schäuble Geld für Griechenland locker machen wollte, dann sprach er davon, wie auch Helmut Kohl seinerzeit, dass die Deutschen nicht wirklich für die Hilfen bezahlen müssen, denn es werde kein Geld fließen (weil nur Garantien) und er erwarte gar Zinsgewinne aus dieser Rettungsmaßnahme. Am Ende werde die Griechenlandhilfe für die Bundesbürger ein Plusgeschäft sein, so der Finanzmister. Seine Annahme hat sich als komplett unrichtig herausgestellt.

Herr Schäuble musste jüngst eingestehen, dass der deutsche Haushalt aufgrund der Griechenland-Hilfen in den kommenden Jahren um 2,7 Milliarden Euro belastet wird. Es gibt noch unzählige weitere Beispiele, bei denen das Offensichtliche verdreht wird. Bei der Einführung des Euro wurde eine Teuerung vehement bestritten, obwohl es offensichtlich war. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist deutlich höher als zugegeben, und die Inflationsrate höher, als der Warenkorb der Statistikbehörde wiedergibt.

Für falsche Versprechungen müsste es so wie früher eine Erinnerungstafel auf dem Marktplatz geben, auf der solche unrealistischen Aussagen ausgestellt werden. Jeder Bürger könnte sich beim Vorbeigehen an solche erinnern und vielleicht den Herausgeber solcher Parolen zur Rede stellen.

Genau das passiert in unserer heutigen Zeit gar nicht mehr. Die Medien verfolgen solche „falschen“ Aussagen nicht, niemand hinterfragt das Gesagte, nachdem einige Monate vergangen sind. Es gibt keine Mentalität der Verantwortung. Genau das wäre aber gut für alle.

Die EZB hat hier wieder etwas losgelassen, das jeglicher Grundlage entbehrt und nur einen Zweckoptimismus verbreiten soll. Das reiht sich dann in die vielen anderen EZB-Behauptungen ein, die die EZB in der Vergangenheit auch schon gesagt, aber nicht erfüllt hat. Für das Jahr 2013 ist es besser, die Fakten zu betrachten und eigene Schlüsse für sich selbst zu ziehen, als auf die warmen Worte der EZB zu hoffen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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