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Wer an der Börse handelt, der findet schnell den Weg, sich mit Regeln anzufreunden. Es wird schnell innerhalb der Kursbewegungen und Kursmuster eine Abhängigkeit gesucht. Wenn ein Ereignis eintritt, dann muss etwas anderes darauf folgen. Zum Beispiel steigt ein Kurs und dieser korrigiert dann um einen bestimmten Prozentsatz (Fibonacci). Oder wenn ein Widerstand nicht überwunden wird, dann muss der Markt eben fallen. Das alles soll dem Trader helfen sich am Markt zurechtzufinden. Tatsächlich hält sich der Markt jedoch nicht an Regeln.

An der Börse ist es elementar, dass ein Trader das Unmögliche für möglich halten muss. Nur wer diesen Satz verinnerlicht, kann dauerhaft Erfolge erzielen. Ansonsten ist das Scheitern vorprogrammiert. An der Börse ergibt 1+1 nicht immer 2. Auch wenn der Trader sicher ist, dass 1+1=2 sind, an der Börse sind den Interpretationen keine Grenzen gesetzt. Die Mehrheit kann 1+1 als 11 interpretieren, manche sogar auf ein Ergebnis von 3 kommen. Wer weiß schon, welche Phantasien kursieren.

Hier lauert die besondere Gefahr für den Trader. Er weiß eben, dass 1+1=2 sind. Daran hält er fest. Der Markt muss fallen, heißt es dann vorschnell. Eine Position auf fallende Kurse wird eröffnet. Wenn der Markt dann immer noch nicht fallen will, dann wird die Positionsgröße erhöht. Der Trader ist sich eben sicher, dass seine Rechnung richtig ist. Nur was hilft das, wenn die Marktmeinung bzw. die Interpretation der Marktteilnehmer eine ganz andere ist?

So kommt es oft vor, dass Trader eine Jahresendrally für nicht möglich halten und der Markt legt diese trotzdem hin. Trader glauben, dass eine Aktie nicht tiefer fallen kann und sie fällt trotzdem. Oftmals ist diese Annahme bei Pennystocks vernichtend. Wenn eine Aktie bereits unter einem Euro notiert, dann wird ein weiteres Absinken des Kurses kaum noch für möglich gehalten. Das liegt an der psychologisch wirksamen "kleinen" Zahl.

Jeder, der an der Börse gehandelt hat, weiß, dass das Gegenteil zutreffend ist. Es geht immer tiefer und vor allem es wird immer schmerzhafter für jeden Anleger, der sich nicht rechtzeitig von seinen Verlusten trennt. Wer hätte gedacht, dass eine Telekom Aktie von über 100 Euro auf unter 9 Euro fallen würde? Oder eine Infineon Aktie von 75 Euro auf unter 1 Euro oder die Commerzbank Aktie, welche von über 30 Euro auf nun 1,50 Euro gefallen ist. Beispiele gibt es zu Hauf.

Es gilt zu verinnerlichen, dass an der Börse alles und jederzeit möglich ist. Immer, wenn der Trader denkt, weiter geht es nicht (in beide Richtungen), dann ist das schnell zu hinterfragen. Denn diese Feststellung ist an der Börse unpassend. Es gibt keine Mauern und keine Grenzen, die dem Finanzgeschehen Einhalt bieten können. Der Markt übertreibt und deshalb muss sich der Trader mit diesen Übertreibungen anfreunden. Diese passen nicht in ein Muster und lassen sich auch nicht in Regeln eingrenzen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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