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Plötzlich können es die Finanzinstitute nicht schnell genug angehen. Sie beenden ihre Spekulationen auf Grundnahrungsmittel. Das hört sich nämlich schön an, zeigt den Willen, den Menschen etwas zurückzugeben, nämlich bezahlbare Preise und vor allem lässt es sich gut vermarkten. Bei aller weihnachtlicher Atmosphäre darf nicht vergessen werden, dass genau diese Finanzunternehmen jahrelang an diesen Spekulationen verdient haben. Es ist wieder Augenwischerei.

Man kann nicht einmal davon ausgehen, dass sich hier vornehmlich die Banken dauerhaft von der Rohstoffspekulation verabschieden. Es ist eben im Moment "IN", nicht dabei zu sein. Es ist opportun, sich als menschenfreundlich zu zeigen, was eh besser ist, wenn man im Gewand eines Finanzmonsters herumläuft.

Es ist das Gleiche wie bei den Lebensmittelkonzernen, die sich jahrzehntelang am Zucker in Getränken oder in Nahrungsmitteln bereichert haben. Das war ein guter Weg, den Kunden gefügig zu machen. Die Sucht nach Süßem wurde angeheizt und ausgenutzt. Zudem ist Zucker nicht teuer. Doch dann wandelte sich das Denken der Menschen. Sie wollten bewusster auf ihre Nahrungsmittel achten und vor allem gesünder essen.

Auf einmal drehte sich das Fähnlein schnell im Winde. Dieses böse Teufelszeug Zucker wurde schnell aus den Produkten verbannt. Zunächst wurde es "light" und dann "zero". Man warb jetzt mit dieser Tugend, dass man mit wenig oder gar keinem Zucker herstelle, obwohl es die Lebensmittelindustrie selbst war, die mit dieser Missetat begonnen hatte. Die Unternehmen loben sich nun selbst, dass sie das Schlechte aus ihren Produkten in weniger Schlechtes wandeln und lassen sich dafür feiern.

Das Gleiche ist eben auch bei der Spekulation auf Grundnahrungsmittel der Fall. Anstatt die Finger von dieser Art des Geldverdienens zu lassen, wird mit Optionen und Derivaten auf die zukünftigen Ernten gewettet, künstlich das Angebot verknappt und an dem daraus folgenden Preisanstieg verdient. Die Leidtragenden sind die Bürger, die die Folgen auf ihrem Tisch spüren, dann nämlich, wenn auf Grund der Teuerung bei z.B. bei Weizen Brot und Brötchen in der Bäckerei teurer werden.

Sie werden es bestimmt bemerkt haben, dass sich die Marketingabteilungen der Finanzinstitute mächtig ins Zeug legen, um eine Abkehr vom ehemaligen Handeln besonders deutlich herauszustellen. Sie scheuen keine Mühe und auch kein Geld, sich rein zu waschen. Vollmundig wird versprochen, dass man von nun an im Sinne seiner Kunden handeln werde. Von Gier und Renditeeifer ist nichts zu hören.

Mal sehen, ob der Ausspruch "Ende der Spekulation auf Grundnahrungsmittel" nicht nur eine Modeerscheinung ist. Denn es passt einfach nicht in den gleichen Satz, wenn man von Banken spricht, von Rendite, von Profit, von Finanz- und Rohstoffmärkten redet und gleichzeitig soll ein Finanzinstitut seine Finger davon lassen, Gewinne zu machen?

Wenn ein Hund die Möglichkeit hat, eine Wurst zu ergattern, dann wird er das tun. Egal wie artig er sich zuvor gegeben hat. In diesem Sinne.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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