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Noch vor wenigen Wochen gab es die Diskussion an den Märkten, ob es zu einer Jahresendrally kommen wird oder nicht. Das klang noch nach einem Unentschieden. Es könnte so kommen, es muss jedoch nicht. Diese Rechnung wurde ohne die kapitalstarken institutionellen Investoren am Markt gemacht. Diese bestimmen nämlich die Richtung im DAX. Sie dürfen sich eine Jahresendrally wünschen. Der Kleinanleger ist nur Zierde, auch wenn er das nicht wahr haben will.

Seit drei Handelstagen wünscht sich der Kleinanleger fallende Kurse im deutschen Leitindex. Viele kleine Anleger haben den Bereich bei 7480 Punkten als gute Shortgelegenheit ausgemacht. Jeden Tag wird also gespannt geschaut, ob die eigene Position ins Plus läuft. Doch es passiert einfach nichts, der DAX will nicht fallen. Das hat auch seinen Grund: Wenn mehr Geld auf der Käuferseite ist, dann führt das dazu, dass die Preise steigen, in diesem Fall ist die Meinung des Privatanlegers egal.

An solchen Tagen wird besonders deutlich, wie wenig die kleinen Marktteilnehmer an der Börse bewirken können. Das will man zwar als "Kleiner" nicht immer wahrhaben, sprechen die kleinen Anleger jedoch über die Macht der Großen, dann merkt man ihnen die Ehrfurcht an. Zum Beispiel, wenn es um das bekannte Windows Dressing geht. Die Jahresendrally hat nur den Grund, dass die institutionellen Marktteilnehmer ihre Positionen mit einem schönen Plus abschließen können. Eine gute Jahresperformance ist besonders wichtig, da sie als Erfolgsfaktor herhält und in der Zukunft frisches Kapital aus den Taschen der Fondsanleger lockt.

Die Privaten staunen nicht schlecht, wenn der DAX heute mühelos über diesen ausgemachten Widerstandsbereich um 7480 Punkte schießt. Von wegen, die Kurse sollen fallen. Wenn die Großen den Daumen nicht senken, dann passiert eben nichts nach Süden. Ganz im Gegenteil: es geht weiter hoch. Nur das Jahresende kann den Anstieg im DAX wohl noch stoppen.

Aber nicht nur die Jahresendrally ist ein Spiel der Großen. Auch das Grillen von KO-Scheinen ist ein beliebtes Spiel. An wichtigen Kursmarken schaffen es die großen Marktteilnehmer vermehrt, KO-Scheine wertlos verfallen zu lassen, indem sie KO-Barrieren touchieren. Das passiert so oft, dass dies kein Zufall mehr sein kann. Zurück bleiben die schimpfenden Kleinanleger, die über diese Macht der Großen staunen. Wer es noch nicht glaubt: Die Großen können sich den Markt zurechtlegen, es ist so.

"Zurechtlegen" ist ein gutes Stichwort. An Verfallstagen, wenn Optionen und Futures auslaufen, dann ist wieder so eine Phase, wo die privaten Anleger den Handelssaal verlassen müssen. Bestimmt haben Sie schon vom Hexen-Sabbat gehört. Da bewegen sich die Kurse unnatürlich und oftmals schon einige Tage zuvor an die Marke, wo eine Abrechnung vorteilhaft für die Großen ist. An Verfallstagen wollen die Großen unter sich sein und das Geld unter sich aufteilen. Da stört der Kleinanleger nur.

Es ist nicht zu leugnen, die privaten Anleger sind nur Dekoration für die Börse. Wenn es eine Jahresendrally geben soll, dann gibt es eine. Das entscheiden andere. Die Kleinanleger haben rein gar nichts zu melden, wie man dieser Tage wieder verfolgen kann.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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