Angebot

Ein Trader ist ein Träumer. Das ist ganz und gar nicht negativ gemeint. Er hofft und bangt. Er wünscht und verflucht. Er malt sich seine Zukunft so aus, wie sie zu seiner aktuellen Situation passt, wohlwissend, dass dies nur eine Momentaufnahme ist. Die Gemütslage eines Traders dreht sich mit jedem Kurs und in jeder Sekunde. Sie beschert ihm manchmal schlaflose Nächte und manchmal auch überschäumende Glücksgefühle. Das Besondere: An der Börse ist nichts von Dauer.

Wer an der Börse handelt, kennt das Gefühl. Man ist im Plus und beginnt sich schon einmal auszumalen, wie viel man mit diesem Trade gewinnen könnte. An Möglichkeiten, wie man den bald realisierten Gewinn ausgeben kann, mangelt es nicht. Gleichzeit wird überlegt, ob es doch nicht besser gewesen wäre, doppelt so viele Scheine zu erwerben (Knock-Out-Scheine) bzw. eine höhere Anzahl Kontrakte (CFD) zu ordern, denn dann hätte man noch mehr Profit erzielen können. Mit jeder Kursveränderung in die richtige Richtung werden die Glückhormone scheinbar mehr.

Jeder der Wertpapiere erworben hat, wird sich in dieser geschilderten Lage befunden haben und kann leicht nachvollziehen, wie einfach das rationelle Denken an der Börse abhanden kommt. Nur durch das Vorhandensein von Scheingewinnen (noch ist ja kein Cent realisiert worden) befindet sich der Trader in wilder Vorfreude. Der Mensch ist eben einfach gestrickt. Gebe man ihm ein wenig Gewinn und seine Welt sieht sofort viel besser aus. 

Das ist insbesondere der Fall, wenn man zuvor Verluste hatte. Ein niedergeschlagener Trader fühlt sich mit dem (Schein)Gewinn auf dem Wege der Besserung. Der mögliche Gewinn wird als Pflaster für seine Wunden gewertet. Vor allem bekommt der  Trader das Vertrauen in die eigene Fähigkeit zurück. Er fühlt sich bestätigt, dass er eben doch weiß, wie der Hase läuft.

Ein wichtiger Punkt zum Verständnis der Funktionsweise einer Börse ist folgender: Die Börse gibt dem Trader gelegentlich ein Erfolgserlebnis, nämlich den Gewinn, damit dieser nicht mutlos aufgibt. Würde jemand immer nur Verluste produzieren, dann würde er sich schnell vom Aktienmarkt trennen. Nein, gelegentlich gibt es die guten Momente. Und diese werden mental ausgekostet, es wird gefeiert und gefreut. Nur sind diese Momente von kurzer Dauer.

Ein Gewinn an der Börse kommt wie er geht. Das Schwierige ist, den Gewinn festhalten zu können und das klappt zu 80% nicht. Das ist bei Träumen nicht anders. Genauso schnell wie sie kommen, so schnell können sie auch verfliegen. Das passiert öfter, als der Trader glauben mag.

Der Trader sollte sich nicht auf einen möglichen Gewinn oder auf den nächsten positiven Trade verlassen. Geben Sie sich nicht der Hoffnung hin. Das, worauf Sie Einfluss haben, ist das Risiko. Meiden Sie es und setzen Sie rechtzeitig einen Stopp-Loss-Kurs, um Verluste nicht zu groß werden zu lassen. An der Börse findet man allzu oft Träumer. Leider endet für die meisten der Ausflug aufs Parkett als Albtraum.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

Share This