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So haben sich Frau Merkel und Herr Schäuble den Verlauf des Experiments mit Griechenland nicht vorgestellt. Zu Beginn der Finanzkrise wollten sie schnell ein wenig retten, indem sie Geld liehen. Schäuble sprach sogar von einem möglichen Gewinn, da er für die Verleihung Zinseinnahmen erwarte. Und nun? Deutschland ist in schwerer Seenot. Es hat sich zu sehr in die Abhängigkeit eines Landes begeben und zu freizügig Garantien übernommen. Jetzt ist es soweit. Das Experiment ist gescheitert. Deutschland sitzt in der Falle und kann nun nur noch verlieren.

Wussten Merkel und Schäuble eigentlich, in welche Gefahr sie die Steuergelder der deutschen Bürger bringen? Es ist wie beim Nachkaufen von Aktien. Man wirft hastig und unachtsam schlechtem Geld noch gutes hinterher, bis man bis zum Hals im Schlamassel steckt. Bis zum Hals in Schwierigkeiten ist nun auch die Bundesregierung. Sie verhindert vehement einen Schuldenschnitt für Griechenland, wohlwissend, dass es gar nicht anders geht.

Stimmt sie einem Schuldenschnitt nicht zu, wollen die anderen Eurostaaten kein Geld locker machen. Das ist verständlich, da die Griechen unter der bisherigen Schuldenlast einbrechen und so nie auf einen grünen Zweig kommen können. Unter diesen Voraussetzungen kann niemand noch mehr Geld bereitstellen, das wäre unklug. Gibt es aber keinen Schuldenschnitt, so wie von Deutschland befürwortet, dann gibt es auch keine Auszahlung der nächsten Tranche der Rettungsmilliarden. Damit ist die Eurozone in Gefahr, denn die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands wäre damit besiegelt.

Dem Vorschlag zustimmen können die beiden Vorzeigepolitiker aus Deutschland auch nicht. Würden Merkel und Schäuble einem Schuldenschnitt zustimmen, dann würden sich ihre bisherigen Aussagen zur Griechenland-Rettung als Unwahrheit herausstellen. Entgegen früherer Behauptungen kostet die Griechenland-Rettung dann doch Geld und das nicht wenig. Im ersten Schritt müssten ca. 20 Milliarden Euro Minus verbucht werden. Das will die Bundesregierung um jeden Fall vermeiden. Koste es was es wolle?

Das ist die spannende Frage. Wie viel riskiert die Bundesregierung? Lässt sie es darauf ankommen, dass Griechenland pleitegeht? Oder pokert sie hoch um die anderen Euroländer zu einer Einsicht zu zwingen, damit sie die nächste Zahlung an Griechenland ohne Schuldenschnitt durchwinken?

In einer Gemeinschaft sollte eigentlich nicht gepokert werden, es sollte nicht gereizt und taktiert werden. Denn beim Pokern gibt es immer Verlierer, so wird es auch jetzt sein. Deutschland ist in der Falle und wird sich aus dieser misslichen Lage ohne Blessuren nicht befreien können.

Das ist jedoch kein Grund, Trübsal zu blasen bzw. mitfühlend zu reagieren. Die Bundesregierung hat jeden Schritt des Griechenland-Experiments wissentlich gemacht. Sie wusste, was sie tat, und muss jetzt auch mit den Konsequenzen leben. Die Bürger aber werden diesen leichtsinnigen Verlust  nicht einfach so durchgehen lassen. Denn der normale Mensch hält sich an seine eigene Weisheit: "(vorgeschobene) Unwissenheit schützt vor Strafe nicht".

Das Ende wird für Frau Merkel und für Herrn Schäuble schmerzhaft werden.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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