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Hat der DAX Sie auch fest im Griff? In diesen Tagen scheint nur eines klar zu sein: dass nichts klar ist. Der Index wechselt schneller sein Gewand als Frauen ihre Kleider in der Boutique. Kaum hoffen die Anleger auf steigende Kurse, dann rauscht der Index in die Tiefe. Kaum sind sich Anleger sicher, dass sich die Stimmung gedreht hat und der Index sinken müsste, da spielt der DAX das Unschuldslamm und steigt teilnahmslos. Verdutzt verfolgen die Anleger die Bewegungen des Indexes. Irgendwas ist suspekt, aber was?

Dieser Tage können sich die Investoren an den Kursbewegungen an der Börse nicht erfreuen. Es liegt eine Ratlosigkeit im Raum, die jeglichen Spaß am Handeln nimmt. Heute ist z.B. Infineon der Tagesgewinner und morgen das Schlusslicht. Heute steigt die Commerzbank Aktie um 4% und fällt am nächsten Handelstag um 5%. Überhaupt sind die Top- und Flop Listen immer mit den gleichen Aktien besetzt. Die Bankaktien sind immer ganz vorne dabei, egal ob es an der Börse regnet oder die Sonne scheint. Infineon als Liebling der Zocker spielt ebenfalls eine Hauptrolle. Was machen eigentlich die 27 anderen Aktien im DAX? Handelt irgendwer diese überhaupt noch?

Jetzt scheint sich die Lage in den letzten Tagen beruhigt zu haben. Der DAX hat alle fünf Handelstage der zurückliegende Woche mit einem Tagesplus abgeschlossen. Der Index ist deutlich gestiegen. Hat das nun etwas zu sagen? Bedeutet das nun, dass alles gut wird? Hier scheiden sich die Geister bzw. streiten sich die Gelehrten.

Die einen sehen in dem ganzen Hin und Her der letzten Wochen ganz deutlich eine Korrektur. Sie sehen den DAX bald wieder neue Hochs anlaufen. Die kraftvolle Vorstellung dieser Woche untermauert diese These. Sollte es den Käufern gelingen, den Bereich 7400/7500 Punkte zu überwinden, dann wären viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt und müssten in den steigenden Markt hinein kaufen. Das treibt die Preise und würde den DAX schnell in Richtung 7600 und 7800 Punkte steuern.

Gleichzeitig sorgen sich die Anleger um die Schuldenkrise in Europa und um die immer größere Unfähigkeit der Euroländer sich zu einigen. Die Gespräche zum EU-Haushalt sind ohne Ergebnisse abgebrochen worden. Über den Umgang mit der Schuldenkrise und den Rettungsmaßnahmen gibt es ebenfalls Unstimmigkeiten. Eine unkontrollierte EU ist auch für die Finanzmärkte nicht erfreulich. So steigt die Sorge, dass vielleicht ein Zerbrechen der Eurozone zu Verwerfungen führen wird. Das macht keine Lust auf Aktienkäufe.

Innerhalb dieses gedanklichen Dilemmas sind die Anleger gefangen. Der DAX will einfach keine eindeutigen Signale liefern. Kann er ja auch nicht, denn er ist ja das Resultat der Handlungen der vielen Marktteilnehmer. Er zeigt durch sein Wechseln von heiß und kalt, wie schnell die Stimmung sich ändert und wie unsicher die Einschätzungen der aktuellen Marktlage ist.

Bei Unsicherheit hat sich das Zurücknehmen und das Betrachten des Marktverlaufs von der Seitenlinie aus schon oft bewährt. Vieleicht auch jetzt.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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