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Immer wieder hören wir, dass die Lösung aller Probleme im Wachstum liegt. Die Unternehmen sollen aus der Krise herauswachsen, die Staaten sollen sich mit Wachstum aus dem Schuldenstrudel befreien. Wachstum und immer wieder Wachstum wird als Lösung propagiert, doch woher nehmen, wenn nicht stehlen. Denn schaut man genauer auf die Vergangenheit, dann ist Wachstum nicht immer das, was es zu sein scheint. Es ist oft ein Trugschluss.

Ein einfaches Beispiel soll dies verdeutlichen: Tatsächliches Wachstum wäre es, wenn ein Unternehmen zuvor vier Güter produziert und verkauft hatte und nun sechs Einheiten produzieren und absetzen kann. Da aber der Umsatz in einer Geldeinheit ausgedrückt wird, kommt es zu einer Verzerrung bei der Darstellung des Wachstums. Wenn ein Unternehmen zuvor vier Einheiten eines Gutes verkauft hat und nun immer noch die gleiche Menge herstellt und umsetzt, aber nun zu einem höheren Preis (Gründe wie Inflation oder sonstige Preissteigerungen seien außer Acht zu lassen), dann sieht das so aus, als sei hier Wachstum generiert worden und die BIP Zahlen (Bruttoinlandsprodukt) lüden zum Feiern ein.

In Wirklichkeit ist gar nichts passiert. Es kann sogar soweit kommen, dass ein Unternehmen weniger verkauft und trotzdem die gleichen Umsatzzahlen ausweisen kann. Dieser permanente Anstieg der Preise ist unter anderem dem Wertverlust des Papiergeldes zuzuordnen. Dieses verliert stetig an Wert, bis es durch eine neue Währung ersetzt wird. Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich, dass es immer einen (Grund)Preisantrieb gibt, der die Preise steigen lässt, das wiederum unterstützt den Wachstumsgedanken.

Wachstum über alles. Wachstum wird als erstrebenswert dargestellt. Aber ist Wachstum wirklich so toll? Bedeutet Wachstum nicht eher, dass man seine ungelösten Probleme hinter sich lässt? Jedenfalls vorübergehend. Niemand geht die Ursache eines Problems an sondern kaschiert dieses mit Wachstum.

Das ist wie im Leben. Wenn Sie von einer Partnerschaft in die nächste wechseln, dann wächst die Anzahl Ihrer Beziehungen, die offensichtlich immer wieder scheitern. Sie können sich nun blind stellen und immer neue Partner suchen, jedoch werden sie nicht glücklicher, wenn Sie nicht der Ursache nachgehen, warum Ihre Beziehungen scheitern.

Das gleiche Problem ist bei der aktuellen Wachstums-Diskussion anzutreffen. Niemand geht den wirklichen Ursachen der Probleme nach. Wachstum kann nicht immer das Ziel sein. Unternehmen können sich nicht dem Wachstumsgedanken unterwerfen und damit ihre Handlungen rechtfertigen. Sie können zum Beispiel ihre Mitarbeiter nicht unendlich auslaugen oder ihre Zulieferer zu Tode herunterhandeln. Unternehmen können ihre Rendite nicht grenzenlos steigern. Im Umgangssprache heißt es „weniger ist mehr“, in der Sprache der Wirtschaftslehre heißt es „sich gesund schrumpfen„.

Es geht also auch anders, wenn man Veränderungen zulassen würde. Das machen die Staaten derzeit nicht, deshalb ändert sich auch nichts an den derzeitigen Problemen.

Lesehinweis

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ISBN: 978-3-7439-1275-5, Seiten: 328, Preis 19,90 Euro

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Ihr

start-trading Team

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