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Eigentlich sollten die Menschen im 21 Jahrhundert viel entwickelter sein, als sie sich derzeit geben. Sie verhalten sich nämlich wie die alten Kulturen: primitiv und ängstlich. Das ist im Umgang mit der Finanzkrise besonders deutlich geworden. Die Kanzlerin Merkel bringt es auf den Punkt, wenn sie sagt: "Keiner weiss, was dann passiert". Deshalb sind jegliche Hilfen alternativlos. Die Menschen fürchten sich vor etwas, das sie nicht kennen und auch nicht sehen können. Dieser Angstzustand ist wohl gewollt.

Es ist natürlich einfach, eine Angst zu schüren, die es nicht gibt, die man nicht beweisen muss, die man wohl auch nicht bekämpfen kann, also muss man alternativlos weiter Opfer bringen. Man denke nur an die deutsche HRE. Über 100 Milliarden Euro wurde für ihre Rettung zusammengekratzt und warum? Weil niemand wusste, wie sich deren Pleite auswirken würde.

Zu Beginn der Finanzkrise wurde lange in schaurigen Worten vor einer Pleite der Lehman Brothers gewarnt. Eine Pleite würde die Welt ins Chaos stürzen. Im September 2008 war es dann soweit, die Investmentbank ging tatsächlich pleite und nichts geschah. Die Menschen atmeten noch und die Welt drehte sich weiter. Die Sorge, dass also ein großer Knall passieren würde, war gar nicht gerechtfertigt.

Man kann mit der Angst Menschen dazu bringen Dinge zu tun, die sie sonst nicht tun würden. Zum Beispiel würde niemand Milliarden für eine Rettung eines Unternehmens aufbringen, dass nur Millionen wert ist. Das klingt logisch. Es wurde aber dennoch gemacht. Eben aus dem Grund, dass niemand weiß was passiert, wenn dieses kleine Unternehmen, vielleicht ein wichtiges Rädchen in der Finanzwelt, pleitegeht.

Plötzlich funktionierte die Drohgebärde um auf einfachem Weg Steuergelder einzusammeln. Die kränkelnden Finanzunternehmen wollten sich mit dem Geld der Bürger gesunden. Man brauchte nur noch mehr Angst schüren. Plötzlich waren auch Versicherungen systemrelevant und brauchten dringend Geld. Schnell wurden Banken "too big to fail" also zu groß, um Pleite gehen zu können, ohne die Welt mit in den Abgrund zu reißen.  Die Bürger konnten nichts dagegen machen. Sie zahlten bereitwillig. Niemand wollte all sein Vermögen in Rauch aufgehen sehen, wenn es noch eine Möglichkeit gab, die Implosion abzuwenden.

Die Regierungen reagierten zuerst. Was bei den Banken klappte, wurde nun auch für die Rettung von Staaten eingesetzt. Es wurde wieder mit dem Schlimmsten gedroht. Es hieß: "wenn Griechenland pleite geht, dann….". Auch jetzt wurde das Ende unserer zivilisierten Welt in den dunkelsten Farben ausgemalt. Es durfte nicht sein und daher blieb den Regierungen, respektive dem Steuerzahler, nichts anderes übrig, als nach den Banken und den Versicherungen nun auch Staaten zu retten.

Der Bürger konnte ja nicht widerlegen, dass eine Pleite eines Unternehmens doch nicht so verheerend sein würde oder dass ein Staatsbankrott (Griechenland wäre nicht die erste Nation, die einen Staatsbankrott verkünden müsste) in einem Chaos für die Weltgemeinschaft enden würde.

Genau diesen Nachteil nutzen die Regierungen noch heute. Der Mensch ist zu klein, um das Gegenteil der Drohgebärde zu beweisen. Die Regierungen haben hier die Medien an ihrer Seite und können jedes Schreckensbild in seiner ganzen Wucht kommunizieren. Davon machen sie regelmäßig Gebrauch.

Wir Menschen behaupten immer, wir seien viel weiter als früher, gebildeter als die Menschen in der Steinzeit, doch verhalten wir uns genauso wie die Jäger und Sammler von damals. Früher hat man Menschen für unbekannte Götter geopfert, heute opfert man sein Geld, um das Unbekannte zu besänftigen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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