Indikatoren-Trading

Gestern Nacht haben sich die Finanzminister nicht über frisches Geld für Griechenland einigen können. Das ist gar nicht verwunderlich, da auf einmal gegensätzliche Meinungen aufgetreten sind, die nicht unter einen Hut zu bringen sind. Zuvor war es so, dass man nur helfen wollte. Es musste nur Geld bereitgestellt werden. Jetzt ist die Lage brisant, da man einen neuen Schuldenschnitt fordert, der aus den bisherigen Buchverlusten tatsächliche Verluste machen würde. Das trifft besonders Deutschland. Also stellt Schäuble sich quer. Nur, ohne Hilfe keine Rettung. Ohne Rettung kommt die Panik.

Wir sind vielleicht nur noch wenige Schritte von einem Ende des Griechenland-Dramas entfernt. Der König ist Schachmatt gesetzt. Stimmen die Deutschen einem neuen Schuldenschnitt für Griechenland zu, dann müsste Deutschland sofort ca. 20 Milliarden Euro Verlust verbuchen. Das lässt sich dem deutschen Bürger schlecht erklären, da man am Anfang der Krise, auch das war Herr Schäuble, der nur von Buchungsvorgängen gesprochen hatte. Geld würde die Rettung Griechenlands nicht kosten, wurde damals versprochen.

Jetzt, Jahre später, ist Griechenland nicht gerettet und die Rettung kostet viel. Meinen Sie, Herr Schäuble erinnert sich noch an seine Worte? Wie auch immer, er drängt auf seine Haltung und will die eingeplante nächste Trance in Höhe 31,5 Milliarden Euro auszahlen lassen. Dazu ändert er seine Position zu Griechenland um 180 Grad. Lange Zeit hat nämlich Schäuble auf Griechenland eingeprügelt und es in einem schlechten Licht dargestellt. Jetzt, wo seine Hütte brennt, wendet sich sein Hals, denn er sagt plötzlich: "Griechenland habe alle Zusagen erfüllt".

Einigen Leser mag jetzt die Spucke wegbleiben. In Griechenland ist nach Aussage des deutschen Finanzministers alles in Ordnung? Wenn dem so wäre, warum haben wir dann alle noch ein großes Problem? Warum wird über einen zweiten Schuldenschnitt diskutiert? Warum ist ein neuer Kapitalbedarf für Griechenland in Höhe von 30 Milliarden Euro aufgekommen? Warum streiten sich die Finanzminister dann noch, und vor allem, warum können sie sich nicht einigen? Fragen über Fragen, die zeigen, wie große das wilde Durcheinander ist.

Es ist eben so, dass die Lunte brennt und es ist nicht mehr viel Zündschnur übrig. Die Panik ist jetzt da. Kann man irgendwie Geld für Griechenland locker machen, dann versinkt die Eurozone noch tiefer im Schuldensumpf und das Ende wäre die Pleite Europas. Rettet man Griechenland nicht, dann kostet das die Euroretter viel Geld, das sie nicht haben. Vor allem stehen sie dann als Lügner da und können diesen Zustand ihren Bürgern nicht erklären.

Die Euroretter stehen mit dem Rücken zur Wand. Egal, wie sie sich entscheiden, sie können nur verlieren und deshalb konnten sie sich auch gestern Abend nicht einigen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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