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Die Eurozone ist in der Vorstufe der Depression angekommen, nämlich der Rezession. Wenn ein Wirtschaftsraum zweimal hintereinander ein Minuswachstum vorweist, dann sind die Bedingungen für das unerwünschte Wort "Rezession" erfüllt. Vorher durfte man es nicht in den Mund nehmen und wenn möglich nur positiv über die Konjunkturentwicklung in der Eurozone berichten. Wo sind eigentlich die Politiker und die Medien, die über den Sommer hinweg ein ganz anderes optimistischeres Bild der Eurozone gemalt haben?

Eines ist an diesem heutigen Tag besonders klar geworden. Jeder Bürger muss seinen eigenen Kopf anstrengen, um sich selbst ein Bild der Krise zu machen. Verlässt er sich auf die Hofberichterstattung der großen Medien, dann ist er bereits verlassen. Lange wurde den Menschen Sand in die Augen gestreut, um ja keinen klaren Blick auf die Krise zuzulassen. Jetzt plötzlich wendet sich das Blatt. Es ist eben irgendwann der Punkt gekommen, an dem die Realität nicht mehr ignoriert werden kann.

Der Aktienmarkt hat schnell geschaltet und kennt seit der US-Wahl nur noch den Weg nach unten. Erneut bestätigt sich die Meinung, dass nicht alles Zufall an der Börse ist, was nach Zufall aussieht. Die Kurse wurden lange genug oben gehalten, um ja nicht den Wahlkampf zu stören. Sofort am Folgetag fielen alle Indizes sehr deutlich und zeigten die starke Verkaufsbereitschaft der Anleger. Der Grund ist gar nicht kompliziert.

Wenn Menschen reihenweise arbeitslos werden, die Commerzbank hat gerade den Abbau von 5000 Arbeitsplätzen angekündigt, dann sagt doch schon der gesunde Menschenverstand, dass sich diese Leute einschränken müssen und weniger ausgeben werden. Da ist nichts mit Wachstum oder ähnlichem. Die Automobilindustrie steuert auf ein schlimmes Jahr 2013 zu. Auch hier werden Arbeitslose folgen. Der Multiplikatoreffekt ist enorm. Viele Unternehmen sehen schwarz für die Zukunft, wie zum Beispiel der ifo-Geschäftsklimaindex aussagt. Als Konsequenz aus den negativen Erwartungen treten fast alle Unternehmen auf die Kostenbremse. Sie merken, unter diesen Umständen kann es unmöglich zu einer Besserung der wirtschaftlichen Lage kommen, wie Merkel und Co immer wieder in der Vergangenheit heruntergebetet haben.

Dass die Unternehmen schweren Zeiten entgegensteuern ist die logische Konsequenz. Nicht nur aus dem Ausland bleiben die Aufträge aus, auch die Binnennachfrage wird sich abschwächen. Auf die immer so gerne verwiesene starke Nachfrage aus Asien kann man nicht mehr setzen. In China kühlt die Konjunktur ebenso ab, denn die asiatischen Staaten spüren den Ausfall der Wirtschaftsleistung der USA. Konsumieren die Amerikaner weniger, dann produzieren die asiatischen Staaten auch weniger.

Jede Schlussfolgerung ist logisch und in sich homogen. Das hielt aber die Politik und die Medien nicht davon ab, die Krise lange genug schön zu reden. Bereits heute kann schon der nächste Abschnitt prognostiziert werden, dass nämlich die Eurozone in die Depression rutschen wird. Mal sehen, wie lange die Depression ignoriert wird.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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