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Haben Sie in der Bahn auch die traurigen Gesichter der Leute gesehen, die den Wirtschaftsteil ihrer Zeitung studierten? Der DAX breche ein, heißt es übereinstimmend. Die Nachrichten sind voll von Aktien, die im Wert fallen und oh Schreck, es heißt, es werde Vermögen vernichtet. Das klingt dramatisch. Wer ist eigentlich der Bösewicht, der hier sein Unheil treibt? Handelt es sich um einen Dieb? Wer ruiniert das Geld dieser Leute, die sich müheselig an der Börse Werte erschaffen haben? Ist Ihr Vermögen auch betroffen?

Für einen Außenstehenden muss die Börse vollkommen krank wirken. Viele Menschen heulen und sind traurig, weil eine Aktie, die gestern 15 Euro wert war, heute 13 Euro wert ist. Dabei ist zwischen gestern und heute nichts passiert. Irgendwer hat zwischendurch gesagt, er werde für diese Aktie jetzt weniger bezahlen. Es kam ein Geschäft zu Stande und nun ist das Wertpapier weniger wert. Für den Außenstehenden ist das völliger Unfug, dass sich jetzt etwas an dem Unternehmenswert verändert haben soll, auf das die Aktie sich beläuft, aber nicht für die Medien.

Die Medien beeilen sich, traurige Gesichter vor die Kameras zu bekommen, sie erklären, warum der DAX in die Knie gegangen ist. Warum der Kursverfall weiter andauern könnte und wie sich die Anleger am besten verhalten sollten. Zeitungen werden nicht müde, mit wilden Schlagzeilen die nervösen Anleger über den Stand des Crashs zu informieren. „Der DAX fällt“, „der Index gibt deutlich nach“ und noch mehr wird geschrieben, nur um ein ein Bild der Verwüstung zu malen.

Das klappt in der Regel auch. Jedenfalls für diejenigen, die investiert sind. Diese sehen sich in den Nachrichten bestätigt, dass hier Böses geschieht. Die Formulierungen sprechen vom „Einbrechen der Aktienkurse“ und manche sagen gar „Kurse werden verprügelt“, „Anleger seien in Panik“ oder „Anleger würden Rot sehen“ . All diese Formulierungen sollen die Gefühlslage der Marktteilnehmer wiedergeben, die unter den Marktbedingungen zu leiden haben.

Für die Bewertung von Depots und von Unternehmen sind Zahlen von Bedeutung. Die Zahlen drücken eine virtuelle Wertveränderung aus. Eine Aktie, die vor Wochen 11 Euro gekostet hat, kostete dann 15 Euro und die Anleger haben den Zuwachs gefeiert. Nun kostet die Aktie plötzlich 13 Euro – und prompt heulen die Anleger. Für einen Außenstehenden sieht das eher nach psychischen Problemen aus, aber ganz und gar nicht nach einer Geschäftstätigkeit.

An der Börse spricht man von Veränderung von Vermögen, da sich die Luftnummern (Aktienkurse) verändert haben. Tatsächlich handelt es sich um Scheingewinne oder Scheinverluste. Besonders schlimm wird es, wenn Aktienkurse über den Marktwert eines Unternehmens Auskunft geben sollen. Gestern noch ist eine AG in Milliardenbeträgen hoch bewertet und plötzlich fehlen heute ein paar Millionen aus dieser Bewertung, weil der Aktienkurs gesunken ist. Das Geld aus der Bewertung ist weg. Haltet den Dieb?

Von Werten zu sprechen, weil Aktienkurse mal steigen und mal fallen, ist falsch, denn in Wirklichkeit war das Geld nie da. Es ist ja nur Luft. Da hilft es auch nichts, wenn die Medien von Werten sprechen oder die Mehrheit etwas anderes behauptet.

Vermögen in einem Wert auszudrücken, dass nur aus Luftnummern besteht, ist falsch. Vermögen ist das, was man sich erarbeitet hat, oder etwas, was man in den Händen halten kann. Es kann aber nicht etwas sein, was in einer Spekulation steckt. Ihr Vermögen kann überhaupt nicht vernichtet worden sein, denn es war nie real vorhanden. Es ist nur der trügerische Schein, der verloren geht.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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