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Der Mensch ist einfach gestrickt. Das, was er nicht für möglich hält, das glaubt er nicht. Das ist an den Finanzmärkten nicht anders. Der Investor glaubt z.B. das deutsche Staatsanleihen sicher sind oder das die USA nicht Pleite gehen kann. Noch spannender ist die Situation bei dem eigenen Depot. Wenn alles grünt und die Aktien steigen, dann werden Risiken ausgeblendet und der Anleger hofft auf eine Fortführung des bisherigen Anstiegs. Risiken blendet er aus. Das ist der Moment, wo der Anleger auf die schiefe Bahn gerät.

Jeder weiß, dass Börsenkurse nicht in den Himmel wachsen können, und doch hofft das der Anleger insgeheim. Vor allem, wenn es warnende Worte gibt, dann fühlt sich der Anleger, der noch Gewinne hat, noch sicherer in seiner Situation. Mögen die anderen reden, denkt er sich; das sind alles Querulanten, meint er überheblich. Für ihn steigen die Aktien weiter, egal wie die anderen den Anstieg schlecht reden wollen. Zunächst ist es tatsächlich so, dass der Markt auch diesem Anleger recht gibt. Trotz schlechterem Marktumfeld steigen die Kurse weiter.

Dies führt nun zu einem Abbau der Risikobetrachtung. Mit jedem Tag fühlt sich der Anleger in seiner Haltung sicherer, denn er ist davon überzeugt, dass er weiß, was er tut. Damit fängt das Unheil an. Es ist eben so, dass an der Börse immer alles möglich ist. Auch der schlimmste Absturz kann jederzeit eintreten, obwohl dies unter den Anlegern nicht für möglich gehalten wird.

Wer an der Börse nicht schon länger dabei ist, dem sei das Nachlesen der Geschehnisse rund um den Börsenabsturz nach der Neuer-Markt-Blase oder auch dot.com-Blase genannt, ans Herz gelegt. Das Ablegen des Risikos, dass man eben nur lang genug an seiner Haltung festhalten muss und sich nicht vom eingeschlagenen Weg abbringen lassen soll, diese Grundannahme vernichtet nicht nur viele Depots, sondern manchmal auch den Menschen dahinter.

Die Börse ist auch teuflisch. Sie macht dem Anleger lange Zeit schöne Augen und wiegt ihn in Sicherheit. Wenn Kurse steigen, dann trauen viele zunächst dem Anstieg nicht, sie warten und das oftmals zu lange. Die Kurse wollen aber nicht fallen und bringen all die Wartenden in Zugzwang. Wie gesagt, diejenigen, die schon investiert sind, verlieren die Scheu vor dem Risiko, diejenigen, die lange genug gewartet haben, lassen ebenso die Hemmungen fallen und springen in den Markt.

Wenn solch eine Situation zusammenkommt, dann passiert das, was man an der Börse selten für möglich hält. Die Kurse fallen und das deutlich, meist schnell, und vor allem ohne Gegenwehr. So wie dieser Tage. Plötzlich ist das alles, was den Markt in der Vergangenheit zum steigen gebracht hat, wie eine Staubwolke verschwunden. Mit Unglauben wird nun der Kurssturz verfolgt. „Kann doch gar nicht so tief fallen“ heißt es dann vorschnell; „Ist nur wieder mal eine Korrektur“ wird schnell hinterher geschoben. Meist ist das die Beruhigung des eigenen Gewissens.

Denn die Börse braucht den Unglauben der Anleger, um weiter fallen zu können. Ansonsten würden alle Anleger gleichzeitig keine Aktien kaufen wollen, ohne Käufer könnten Aktien nicht fallen. In dem Artikel "Sind Aktionäre wirklich Schafe" wurde schon einmal auf diese Thematik eingegangen.

Der DAX kann noch weiter fallen: "Der Index hat 10% Korrekturpotential".

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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