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Gestern war ein Traumtag für die Trader. Der DAX fiel wie ein Stein, ohne Gegenwehr und ohne die bekannten Tricks, die die Trader aus ihrer Position drücken. Der Verlauf war ganz nach dem Geschmack derer, die oben beim Tageshoch Short gegangen sind und dann bis zum Schluss, nämlich bis zum Tagestief durchgehalten haben. Das war ein Traumtag für viele Trader, die den Index mal so richtig haben fallen sehen wollen. Es gab nur ein kleines Problem: Die Short-Position bis zum Schluss zu halten. Haben Sie das geschafft?

Das ist nämlich an der Börse gar nicht so einfach. Nehmen wir an, Sie haben den Short in der Nähe des Tageshochs eröffnet, schnell lief ihre Position ins Plus. Was passiert nun beim Trader? Der Hamsterreflex setzt ein. Der Trader hat einen Gewinn erwirtschaftet, den will er nun nicht mehr hergeben. Also verkauft er nach 20-30 Punkten Plus und hofft auf die nächste Gelegenheit, wieder in den Markt zu kommen.

Gestern wäre diese Strategie schlecht ausgegangen. Wer den Markt verlassen hätte, der hätte keine Gelegenheit mehr bekommen, wieder auf den rasenden Börsenzug nach Süden aufzuspringen.

Im Tagesverlauf des DAX vom 07.11.2012 sieht man die klare und vor allem steile Abwärtsbewegung. Das ist ein Traum für alle, die auf den großen Move gewartet haben. Das machen viele Trader. Das ist auch ganz normal. Jeder möchte das große Geld und sich nicht tagein tagaus mit Klein-Klecker-Beträgen abspeisen lassen. Man will das große Geld, dafür wartet der Trader auch so viele Stunden am Rechner.

Soweit der Wunsch. Leider ist es oftmals so, dass der Markt es dem Anleger nicht leicht macht. Der Trader hat ja schon viele Male auf diese große Bewegung gewartet und wurde oft enttäuscht. Er hat kleine Gewinne nicht mitgenommen und sah den Gewinn wieder dahinschmelzen. Er hat seinen Stopp-Kurs weit genug weggesetzt, um nicht vorschnell ausgestoppt zu werden und auch das hat nicht geholfen. Es war zum Verzweifeln. Die große Bewegung kam einfach nicht.

Also hat sich der Trader mit der anderen Variante angefreundet. Unabhängig davon, was der Index im großen Tagesverlauf macht, nimmt der Trader jeden kleinen Gewinn mit und wartet auf die nächste Gelegenheit. Die Überlegung dahinter ist sinnvoll: Was man hat, hat man. Jeder auch noch so kleine Gewinn ist eben ein Plus.

Genau diese Technik ist dem Trader an solchen Tagen wie dem gestrigen ein Hindernis. Am Tag nach der amerikanischen Präsidentschaftswahl war die Strategie "buy and hold" die Bessere. Das ist leichter gesagt als getan. In der Regel neigt der Trader zu einem vorschnellen Gewinne-Mitnehmen. Das soll aber nicht kritisiert werden, weil es einfach natürlich ist. An einer Position vom Tageshoch bis zum Tagestief festzuhalten ist besonders schwer.

Wer also gestern seinen Gewinn zu früh realisiert hat, dem sei noch Eines mitgegeben. Der große Move kommt an der Börse sehr selten. Man wartet oft darauf und wenn er kommt, ist man entweder vorschnell raus, im richtigen Moment nicht am Rechner oder man verpasst solch einen Traum-Handelstag komplett. Also trauern Sie dem verpassten Move nicht hinterher. Es ist an der Börse tatsächlich so, dass man mit vielen kleinen Gewinnen weiter kommt. Denn die meisten Handelstage sind nicht so eindeutig wie der gestrige.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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