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Es wäre nicht amerikanisch, würden sich die amerikanischen Indizes nicht am Vortag der US-Präsidentschaftswahl erheben und sich aus dem Minusbereich patriotisch noch in den Plusbereich kämpfen. Es ist der amerikanische Traum, dass man alles erreichen kann was man nur will und seien es steigende Börsenkurse. Die amerikanischen Bürger sollen doch mit guter Laune zur Wahlurne schreiten. Fallende Kurse verderben die Stimmung, das will man am Wahltag vermeiden.

Gestern schon zeigten sich die amerikanischen Indizes stark und ließen keinen Zweifel aufkommen, dass die Kurse ins Plus laufen werden und vor allem um auch dort zu schließen. Gesagt getan. Und auch heute deuten die amerikanischen Futures eine positive Eröffnung an der Wallstreet an. Im Schlepptau folgt der DAX dem großen Bruder aus Übersee. Der deutsche Index notiert bereits 0,5% im Plus.

Die Indizes sollen wohl steigen. Das klingt für all diejenigen, die die Kursbewegungen an den Märkten als zufällig erachten, meist suspekt und selten glaubwürdig, doch die Wahrheit ist eben nicht immer beliebt. Die Kurse können in Richtungen gepresst werden. Die Marktteilnehmer, die viel Kapital bewegen können, können Unterstützungen reißen und Widerstände überbieten. Solch wichtige Ereignisse im Index sorgen dann für eine Lawine von Folgeereignissen, wie das Auslösen von Stopp-Loss-Ordern oder das Starten von Kaufprogrammen.

An solch einem Tag wie diesem merkt man schon, dass eine Grundrichtung vorgegeben ist. Nehmen wir den DAX als Beispiel. Dieser nimmt schlechte Konjunkturzahlen als Grund um zu steigen. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor sinkt im Oktober auf einen Wert von 48,4 Punkten. Im Monat zuvor hat dieser noch bei 49,7 Punkten notiert. Das stört den Index kaum, da dieser sich steil nach oben bewegt, egal was kommt.

Das gleiche Bild beim Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor in der Eurozone. Auch hier verschlechtert sich der Wert von 46,1 Punkten im September auf 46,0 Punkte im Oktober. Der DAX steigt trotzdem. Zur Mittagszeit wird der Auftragseingang der Industrie für Deutschland vermeldet. Auch hier sind die Zahlen schlecht und lassen keine positiven Hoffnungen wecken.

Wer jetzt meint, bei solch schlechten Zahlen sollte der DAX fallen, der irrt sich. Der Index hält sich stabil im positiven Bereich. Der Grund sind die Wahlen in den USA. Heute ist nicht der Tag, an dem man sich über "Kleinigkeiten" wie Konjunkturzahlen den Kopf zerbricht. Heute müssen die Anzeigetafeln glänzen und die Kurse steigen. Nur darauf kommt es an. Alles andere ist Nebensache.

Die Vorlage geben die amerikanischen Börsen, die anderen Börsenplätze laufen mit. An Tagen wie diesem zeigt sich wieder einmal, dass nicht alles zufällig ist, was nach Zufall aussieht.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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