Buch

Heute Morgen lässt sich in den Medien wieder die Schlagzeile "Chinas Wachstum zieht wieder an" lesen. Gehen bei Ihnen auch sofort die Alarmglocken an? Will man Ihnen jetzt ein X für ein U verkaufen? Erst noch vor wenigen Wochen konnte man die Klagegesänge lesen, dass es auch mit der chinesischen Wirtschaft bergab geht, und nun? Alles wieder im Lot? Dieses dauernde hin und her in den Meldungen soll wahrscheinlich nur den Leser verwirren, so dass Sie am Ende nicht mehr wissen, was richtig und was falsch ist. 

Die täglichen Meldungen, die auf die Leser einprasseln, sind an manchen Tagen so und an anderen Tagen ganz umgekehrt. Das ist nicht nur bei Konjunkturmeldungen so, bei denen sich eine starke Konjunktur mit einer schwachen abwechselt. Mal ist die Arbeitsloszahl sinkend, was Mut machen soll und mal steigend, was beängstigend ist. Mal bekommen die Deutschen wieder mehr Kinder und gar nicht lange Zeit später fehlt es dem Land an Nachwuchs, weil immer mehr Eltern keine Kinder bekommen. Da mag man sich verschaukelt vorkommen und das zu Recht. Was stimmt denn nun?

Wo bleibt die Konstante in den Meldungen? Wo bleibt das große Ganze? Wer hat den Blick auf die wirkliche Veränderung, auf die der wirkliche Fokus gelegt werden soll. Genau das scheint in unserer schnellen Welt verloren gegangen zu sein. Jeder springt von einer Schlagzeile zur anderen, jeder versucht scheinbar nur eine Momentaufnahme wiederzugeben, ohne dabei die Trendrichtung im Auge zu behalten.

Wenn über den ganzen Sommer hinweg die Wirtschaft in China langsamer wächst und damit vier monatelang geschwächelt hat, dann kann ein Lichtblick im Oktober nicht gleich für eine Veränderung sprechen, welche suggeriert, dass sich Dinge zum Besseren wenden.

Es sei denn, es besteht das Interesse, den Leser zu irritieren bzw. zu einer bereits vorgefertigten Interpretation zu verleiten. Dann nämlich, wenn die Meldung vielleicht suggerieren soll, dass sich in dem großen asiatischen Land die Konjunkturlokomotive in Gang setzt und dabei auch die Konjunktur in Deutschland stützt. Wäre das nicht toll für den deutschen Leser? Vermutlich ja.

Dieser würde sich weniger Sorgen um seine Zukunft machen, vielleicht keine Edelmetalle kaufen, vielleicht nicht vorschnell seine Aktien verkaufen. Er würde auf einen positiven Ausgang der europäischen Schuldenkrise hoffen. Das klingt alles ganz im Sinne derjenigen, die diese positive Assoziation auslösen wollten.

Damit solche einseitigen Artikel nicht als "manipulative Meldung "entlarvt werden können, muss es heiß und kalt Behandlungen geben. Es muss auch gelegentlich weiß gemalt werden, um dann mit schwarz zu übermalen. Hauptsache, der Leser weiß am Ende gar nicht, welche Farbe die Wand wirklich hat.

Lassen Sie sich von den vielen Meldungen nicht einlullen. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

Share This