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Die Mehrwertsteuererhöhung für Silbermünzen von 7% auf 19% soll nun erst 2014 kommen und nicht wie geplant ab dem Jahr 2013. Damit können die Silberkäufer erst einmal aufatmen. Aber warum spricht sich die Politik für einen späteren Starttermin aus, denn bestimmt hatte sie nicht das Wohl der Bürger im Auge. Der Grund sind die Edelmetallhändler, denn den Differenzbetrag zur ursprünglichen Mehrwertsteuer müssen sie aus eigener Tasche bezahlen. Das wollten sie nicht.

Nachdem die Pläne für eine Mehrwertsteuererhöhung zum 1.1.2013 bekannt wurden, liefen die Münzhändler Sturm gegen dieses Vorhaben. Sie fürchteten um Einbußen, um ausbleibende Gewinne und manch einer um seine Existenz. Sie waren mit diesem Plan der Bundesregierung nicht einverstanden und wollten mehr Zeit für eine Umstellung, denn buchhalterisch gesehen müssten die Händler bei jedem Verkauf bereits schon erworbener Münzen draufzahlen, das wollten sie auf jeden Fall vermeiden.

An einem Beispiel lässt sich das leicht aufzeigen. Ein Münzhändler kauft eine Silbermünze vom Hersteller und verrechnet 7% Vorsteuer auf den Betrag, für den er die Münze erworben hat. Bei einem Einkaufspreis von 25 Euro wäre das 1,75 Euro. Diesen Betrag ist der Händler in Vorleistung getreten. Der Händler verkauft nun eine Münze an einen Kunden zum Preis von 29 Euro.

Bei der ursprünglichen Mehrwertsteuer von 7% hätte der Mehrwertsteueranteil 2,03 Euro betragen. Die Berechnung ist nun wie folgt: Die vom Kunden einbehaltene Mehrwertsteuer in Höhe von 2,03 Euro minus die Vorsteuer von 1,75 Euro. Der Münzhändler muss an das Finanzamt 0,28 Euro überweisen.

Bei dem erhöhten Mehrwertsteuersatz von 19% beträgt der Mehrwertsteueranteil 5,51 Euro. Die Berechnung ist nun wie folgt: Die vom Kunden einbehaltene Mehrwertsteuer in Höhe von 5.51 Euro minus die Vorsteuer in Höhe von 1,75 Euro. Der Münzhändler muss an das Finanzamt 3,76 Euro überweisen.

Damit wird schnell klar, dass der Münzhändler für all seine Bestände, die er vor der Mehrwertsteuererhöhung zu einem Steuersatz von 7% erworben hat, 3,48 Euro (3,76€-0,28€) aus der eigenen Tasche draufzahlen muss. Je nachdem, wie viele Silbermünzen auf Lager liegen, kann das eine ganz ordentliche Summe ergeben. Einiges spricht für die Anlage in Silbermünzen, denn die Schuldenkrise wütet weiter, d.h. die Ersparnisse wollen in Sicherheit gebracht werden. Auch charttechnisch ist eine Anlage in Silber verlockend, die Zeit der Geschenke kommt ebenso, das sind alles Gründe, warum die Münzhändler sich bereits in größeren Mengen eingedeckt haben könnten. Sie wollten sich für eine steigende Nachfrage zum Jahresende rüsten.

Die Händler wollen jetzt den Fall vermeiden, dass sie draufzahlen müssen. Daher fordern sie eine ordentliche Vorlaufzeit, bei der sie die Bestände herunterfahren können. Sobald die Mehrwertsteuer geändert und auf 19% erhöht wird, ist wieder alles wie früher, da der Händler dann sowohl die Vorsteuer mit 19% ansetzen kann, als auch die Mehrwertsteuer. Für den Händler ist die Mehrwertsteuer dann ein durchlaufender Posten, so wie heute auch.

Wie auch in dem Artikel "Silber: Mehrwertsteuersatz von 7% auf 19%" geschrieben wurde, ist dieses Thema sehr brisant. Die Politik will die Erhöhung der Mehrwersteuer, ohne dabei einen Ansturm der Bürger in die Münzstuben aufkommen zu lassen. Vielleicht will man mit der Verschiebung des Starttermins die Bürger in Sicherheit wiegen. Auskünfte zu diesem Thema erfolgen nur sehr vage, sodass man jederzeit mit einer Überraschung rechnen sollte.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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