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Bäume wachsen der Sonne entgegen, sie wachsen nach oben. Aktienkurse steigen auch nach oben, denn heiße Luft steigt auch gen Himmel. Während man bei den Bäumen weiß, dass diese nicht unendlich weiter wachsen können, ist das bei Aktienkursen anders. Da braucht der Anleger einen ordentlichen Schlag auf den Hinterkopf, um wieder klar denken zu können. Bis dahin hofft er immer weiter auf noch höhere Kurse, obwohl das gar nicht möglich ist.

Auch wenn der Anleger bei dem aktuellen Marktumfeld denkt, er wäre der der Letzte, der nicht investiert ist, während die Kurse steigen. Oder wenn er glaubt, morgen gebe es keine Aktien mehr und nur heute wäre die letzte Gelegenheit, sich im Markt zu positionieren, dann ist das alles nur Einbildung. Denn jeder, der sich ein wenig zurücknimmt und in Ruhe nachdenkt, der weiß, dass Aktien auch fallen können. Dass dies auch regelmäßig passiert wird ignoriert. Die Kunst besteht eben darin, bei steigenden Kursen dabei zu sein und bei fallenden rechtzeitig das Parkett verlassen zu haben. Das wäre der Idealzustand.

Wesentlich öfter sind die Anleger bei steigenden Kursen dabei und dann bei fallenden Kursen ebenso. So freut sich der Anleger heute über die steigenden Kurse und heult bald schon über den nicht aufhören wollenden Kursverfall. Diese Phase des Abschwungs geht einher mit Fehlern, die nicht verzeihlich sind, und dennoch immer wieder anzutreffen sind. Der Anleger versucht z.B. zu verbilligen, indem er nachkauft, er schmeißt also gutes neues Geld altem schlechtem hinterher. Er versucht sogar manchmal, mit Krediten frisches Geld aufzutreiben, um sich die scheinbar günstigen Kurse bloß nicht entgehen zu lassen.

Besonders der letzte Punkt ist schmerzhaft. Während sich der Anleger zu Beginn seines Investments geschworen hatte, dass er nur Spielgeld an der Börse einsetzten wird, ist er nach der Aufnahme von Kreditgeld zum einen zu hoch im Markt investiert und wenn der Verlust weitergeht, dann verliert er seinen Einsatz und hat noch Schulden obendrein. Das ist keine gute Kombination.

Es ist eben so, die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Und dieser Aspekt wird umso stärker in den Hintergrund gedrängt, je besser und kräftiger die Aktienkurse steigen. Solange der DAX seinen Weg nach oben geht, ist die Laune in Ordnung. Doch genau in dieser Phase muss sich der Anleger Gedanken machen, wann es Zeit ist, sich zu verabschieden. Es muss der Zeitpunkt definiert werden, wann Gewinne mitgenommen werden sollen und daran muss er sich halten.

Diese Einstellung fällt den meisten besonders schwer. Kaum jemand will freiwillig die Party verlassen, solange die Kurse steigen. Das ist der Moment, wo das Unheil beginnt. Der Markt dreht ins Minus und man selbst denkt noch, es sei eine Korrektur. Je tiefer die Kurse sinken, umso verschwommener der Blick auf die eigene Situation, was dann die Grundlage für Fehler sind, beispielsweise wie die oben beschriebenen.

Derzeit ist wieder so eine Phase, in der Anleger denken, Aktienkurse könnten gar nicht fallen. Die Kurse wären durch die Hilfe der Zentralbanken gut abgesichert, die Präsidentschaftswahlen würden Rückenwind geben und die Jahresendrally wird ihr Übriges dazu beitragen, dass es weiter hoch geht. Wenn das all die positiven Punkte sind, die für ein Aktienengagement sprechen, dann sei Ihnen gesagt, das klingt alles sehr dünn. Das wird wohl nicht reichen, um noch mehr Akteure zum Kauf von Aktien zu bewegen.

Als Mensch ist dem Anleger klar, dass die Bäume nicht unendlich hoch wachsen können, warum erwartet er genau das vom Aktienmarkt? Es ist wieder an der Zeit, sich Gedanken zu machen und den Markt für eine Zeit zu verlassen. Wann und wie Sie das anstellen, entscheiden Sie selbst. Doch Sie müssen sich eine Regel für den Ausstieg festlegen, denn der Investor sollte folgende goldene Börsenweisheit nicht vergessen:

An der Börse verkaufen die Cleveren, während die Kurse steigen, nicht erst, wenn die Kurse fallen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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