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Gestern Abend war der Liebling der Wallstreet, Apple, dran und verkündete für das abgelaufene Quartal sein Rekordergebnis. Es wurden 36 Milliarden Dollar Umsatz gemacht und satte 8,2 Milliarden Dollar Gewinn erwirtschaftet. Dieser Milliardengewinn ist nur einer von sehr vielen, die fast täglich auch aus deutschen Unternehmen gemeldet werden. In den Unternehmen wird derzeit hervorragend verdient. Mal sehen, ob das Geld in der Krise auch noch in den Kassen liegt, dann nämlich, wenn es dringend benötigt wird.

Die Milliarden, die die Unternehmen heute einnehmen, werden sie in der Krise brauchen. Es kommt nun besonders darauf an, diese Einnahmen, welche mit Pauken und Trompeten und mit stolzer Brust den Aktionären verkündet werden, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Dann nämlich, wenn die Unternehmen beginnen, aufgrund der sich abschwächenden Nachfrage, manche müssen vielleicht auch einbrechenden sagen, die Ergebnissituation plötzlich ganz anders aussieht.

Dann wird von der Unternehmensseite (das ist die Gleiche, die jetzt Milliardengewinne einfährt) lamentiert, wie schlimm die Ertragslage sei und dass man an schmerzhaften Einschnitten nicht vorbeikomme. Diese sind zunächst immer gleich. Am Anfang wird am Personal gekürzt, sodass Entlassungen bekanntgegeben werden. Je nachdem, wie schwierig die Lage sich darstellt, geht das mit Werks- und Standortschließungen einher. Die wesentliche Nachricht ist: man habe kein Geld und könne daher nicht anders.

Das ist dann der Moment, wo sich die Betroffenen und die Beobachter an die vorangegangenen Ertragszahlen erinnern können. An die Milliarden, die eingenommen wurden, und zwar pro Quartal. Wo liebe Unternehmen ist das Geld, darf man dann fragen, wenn die oben beschriebene Lage eintrifft.

Wenn die Situation für die Unternehmen kritisch wird, dann kommen wieder die Rufe nach dem Staat, der helfen möge. Auch der Staat muss dann fragen, wo die vielen Milliarden geblieben sind. Der Bürger darf auch fragen, denn er bezahlt die Zeche, wenn der Staat einknicken sollte. In solch einem Fall hätte der Bürger von den Gewinnen nichts gesehen, aber die Verluste zu tragen. Das ist insofern nicht neu, da bei der Bankenrettung bereits das gleiche Verfahren angewandt wurde.

Es ist für die Gesellschaft wichtig, sich an bestimmte Dinge zu erinnern und sich vor lauter Krisengerede nicht durcheinander bringen zu lassen. Heute spielt die Musik, heute ist Geld für Boni und Aktionäre im Übermaß vorhanden. Heute könnten Unternehmen in weiser Voraussicht Geld zur Seite legen, sofern sie das wollten.

Eben, man könnte. Es wird sich zeigen, wie sich die Unternehme in der Krise schlagen werden. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird erneut Geld an allen Ecken und Kanten fehlen. Dann liebe Leser, erinnern wir uns an diesen Artikel und fragen: Wo sind denn die Milliardengewinne geblieben?

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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