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Im Titel könnte auch stehen: „ Hier lagert Ihr Gold“. Denn das gelbe Edelmetall gehört ja auch Ihnen. Es gehört keiner Partei und keinem Präsidenten. Es gehört Deutschland. Und da alle Bürger des Landes Deutschland sind, gehört es eben auch Ihnen. Jetzt hat die Bundesbank lange Zeit nicht gesagt, wo das Gold der Bürger gelagert ist, weil man nicht zugeben wollte, was man selbst nicht weiß. Vorgestern gab sie eine Presseerklärung heraus und veröffentlichte, was sich viele schon gedacht hatten. Unser Gold ist im Ausland, jedenfalls nimmt man das an.

Die Presseerklärung beginnt auch schon mit einer etwas eigenartigen Formulierung. Es heißt "Teile ihrer Goldreserven lässt die Bundesbank seit Jahrzehnten bei Notenbanken im westlichen Ausland lagern". Das ist insofern verwunderlich, da man nur von Teilen sprechen kann, wenn man den Großteil des Bestandes zu Hause und im Zugriff hat. Sie können ein Kuchenstück (kleiner Teil) weggeben und den restlichen Kuchen (großer Teil) noch besitzen. Sie können aber nicht behaupten, Sie hätten den Kuchen im Besitz. wenn Sie nur ein Stück in den Händen halten. So klingt jedoch die gewählte Formulierung.

Denn es ist so, der Großteil liegt ja nach eigenen Angaben der Bundesbank bei der amerikanischen Zentralbank FED in New York. Es heißt weiter in der Presseerklärung: "Von diesen Notenbanken erhält die Deutsche Bundesbank jährlich Bestandsbestätigungen". So so, man hat also das Gold nicht mit eigenen Augen gesehen, man erhält ein Stück Papier, das dann die Grundlage für die Inventur/ die Bilanzierung ist. Das passt gut zu unserem Papiergeldsystem, das ist jenes mit den ganzen Problemen derzeit. Man vertraut einem Stück wertlosem Papier. Vor allem vertraut man, was man ja in Geldsachen bloß nicht tun sollte. Gold ist bekanntlich Geld.

Man vertraut mit einer Hingabe, da würden sogar Adam und Eva vor Neid erblassen, denn es heißt ferner: "An der Integrität, Reputation und Sicherheit dieser ausländischen Lagerstellen gibt es keinen Zweifel". Hier ist der Moment, an dem der Leser der Presseerklärung aufhören soll zu zweifeln. Es werden mit kraftvollen Worten Fakten geschaffen, die unumstößlich und vor allem unwiderlegbar sein sollen. Das alles passiert noch weit oben im zweiten Absatz der Pressemeldung.

Und wer immer noch nach einer Prüfung der Goldbestände ruft, weil ihm das alles nicht ganz koscher vorkommt, dem wird auch eine Antwort mitgegeben "entspricht der vom Bundesrechnungshof gewünschte Prüfumfang nicht den Usancen zwischen Notenbanken". Damit will die Bundesbank klarstellen: Keine Notenbank hinterfragt eine Aussage der anderen. Das macht man einfach nicht. Nun wird natürlich klar, warum man bisher auf Nachfragen verzichtet hat. Das gilt offensichtlich ebenso für das deutsche Volk, das durfte jahrelang nicht nach dem Verbleib des Goldes fragen bzw. bekam keine zufriedenstellende Antwort.

Die Bundesbank erklärt uns mit dieser Pressemeldung, dass das Gold nach ihrer Meinung ganz sicher da ist, daran hat man keinen Zweifel, obwohl die Bundesbank das Gold nicht gesehen hat. Lesen Sie den letzten Satz ruhig noch einmal.

Wo liegt denn nun das deutsche Gold?  Zum Ende des Jahres 2011 haben die Lagerverwalter folgende Zahlen an die Bundesbank übermittelt.

Quelle: Deutsche Bundesbank

 

Nach der obigen Aufstellung ist nur ein Drittel Ihres Goldes, liebe Leser, in Deutschlands Besitz. Alles andere liegt irgendwo anders. Das klingt gar nicht so sicher. Vor allem dann nicht, wenn man im Krisenfall jemand anderen um sein eigenes Hab und Gut bitten muss. Wie heißt es so treffend: In der Krise ist sich jeder selbst der Nächste. Das gilt vielleicht auch für Notenbanken.

Hoffentlich sind die ausländischen Notenbanken in der Not auch so verlässlich, wie die Bundesbank es formuliert hat.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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