Indikatoren-Trading

Der Schlusskurs vom Donnerstagabend kommt den Börsianern vielleicht so vor wie eine Zahl aus einer anderen Welt. An diesem Tag hatte der DAX bei 7437 Punkten geschlossen. Heute, drei Handelstage später, notiert der Index bei 7230 Punkten (13:30 Uhr). Es handelt sich hierbei um einen Verlust von 207 Punkten oder 2,7%. Das Besondere an den Kursverlusten ist die Dynamik und die Schnelligkeit, mit der der Index fällt. Jetzt werden die Anleger nervös und fragen sich, bis wohin die Kurse noch fallen werden.

Plötzlich macht sich Sorge unter den Börsianern breit. Das ist etwas, das man in den letzten Monaten auf dem Parkett vergessen hatte. Sorgen, das war ein Fremdwort unter den Anlegern. Kam der DAX-Motor mal ins Stottern, dann halfen die amerikanischen Indizes. Wenn diese schwächelten, dann half der Blick auf die chinesische Wirtschaft und wenn auch diese nicht überzeugen konnte, dann hatte man ja als Anleger noch die Zentralbanken EZB und FED. Alle zuvor Genannten waren Garanten für einen fortwährenden Anstieg. Doch dieser Glaube scheint verflogen zu sein.

Noch vor Kurzem wähnten sich die Anleger auf der Sonnenseite der Börsenwelt, als der DAX die Korrektur offensichtlich beendet hatte. Er war aus seiner fallenden Trendlinie ausgebrochen und das hieß für die bullischen Marktteilnehmer, wieder Vollgas nach Norden zu geben. Zunächst legten sich die Käufer und auch die Handelscomputer ins Zeug, doch das Verlassen der fallenden Trendlinie sollte sich als Fehlausbruch herausstellen.

Im Chartbild sieht das so aus:

Die Aktionäre fragen sich nun: was wäre, wenn sich die Kursverluste im DAX fortsetzen würden? Denn die positive Grundstimmung ist so schnell verflogen, dass man nicht mehr sicher sein kann, ob es bald wieder aufwärts gehen wird. Der DAX könnte auch noch viel tiefer fallen, dann nämlich, wenn der Index an einer Umkehr arbeitet und sich die bisherige Korrektur zu einem neuen Abwärtstrend wandelt.

Mit dem Wiedereintritt des DAX in den ehemaligen Trendkanal aktiviert sich das ursprüngliche Ziel aus dem Artikel "Kursanstieg: DAX prescht vor, zu früh?":

Der DAX könnte sich mit dem gestrigen Anstieg jedoch keinen Gefallen getan haben, jedenfalls die Anleger nicht, die Aktien erworben haben. Für einen sauberen Abschluss einer Korrektur müsste der DAX kurzzeitig unter das letzte Tief rutschen, idealerweise bei 7150 Punkten oder tiefer notieren. Erst dann wäre der Abschluss sauber.

Der DAX befindet sich demnach noch in der Korrektur und muss daher ein tieferes Tief als das letzte bei 7182 Punkten ansteuern. Das wäre das Mindestziel. Erst dann wäre neu zu analysieren, ob es mit der Wiederaufnahme des Aufwärtstrends etwas werden könnte.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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