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Freitagabend kam es noch zu einem Abverkauf an den Aktienmärkten in den USA. Die Abendbörse im DAX hat noch darauf reagieren können, der Chart aber nicht. Im Chart des DAX sieht die Wochenkerze unscheinbar aus, da sie bereits um 17:30 Uhr beendet wurde. Anders hingegen die Wochenkerzen von Dow Jones, Nasdaq100 und dem S&P500. Diese zeigen den Verlust des ganzen Wochengewinns an. Das sind keine guten Vorlagen für diese jetzt begonnene Woche. Es ist mit einer Fortführung der Korrektur zu rechnen.

Im Chart des Dow Jones Index blickt uns ein (fast idealer) Gravestone Doji an. Diese Kerze wirkt furchteinflößend und lädt nicht zum Kauf von Aktien ein. Ein sehr langer Docht und ein kleiner Kerzenkörper weisen auf die Verkaufsbereitschaft der Marktteilnehmer hin. Der kleine Körper kommt daher, dass in der letzten Woche der DowJones Index kaum vom Fleck kam. Für Marktteilnehmer, die eine Wiederaufnahme der Rally erwarten, ist das kein überzeugendes Signal.

Vielleicht dämmert es ja auch den Börsianern, dass die bisherigen Zahlen der aktuellen Berichtssaison recht dürftig wirkten. Überzeugend ist etwas anders. Vielleicht merken auch die Börsianer, dass die Wirtschaftskrise sich nun auch auf die Ergebnisse der Unternehmen auswirkt. Denn das ist offensichtlich, die Zahlen deuten eine Schwächung der Erträge an. Hinzu kommt die mangelnde Nachfrage aus Europa und eine langsamere Konjunkturentwicklung in China.

Das ist zwar nicht neu, scheint aber erst jetzt die Börsianer zu beschäftigen. Bisher hatten sich die Anleger auf das billige Geld der Zentralbanken verlassen. Ewig kann man die Situation der Unternehmen nicht verdrängen. Erst letzte Woche hat Google seine Anleger massiv enttäuscht. Die Erwartungshaltung ist zu hoch, doch das haben die Anleger noch nicht realisiert. Mit jedem neuen Tag, mit jeder neuen (ernüchternden) Ergebnismeldung wird sich wohl die Erkenntnis durchsetzen, dass man als Anleger zu hoch gepokert hat. Die Unternehmen können bei diesen Anforderungen nur scheitern.

Die Wochenkerze der amerikanischen Indizes zeigen eine Stimmungslage unter den Marktteilnehmern an, die zunächst eine schwächere Woche vermuten lässt. Es kommt nun darauf an, wer zuerst das Handtuch schmeißt. Die amerikanischen Anleger haben schon einmal den ersten Schritt am letzten Handelstag gemacht. Sie haben auf den Verkaufsknopf gedrückt. Es muss nun noch ein starker Abverkauf folgen, um wirklich den Schalter auch in den Köpfen der Mehrheit umzustellen.

Als großer Bruder der europäischen Indizes können die amerikanischen Indizes ihrer Funktion als Leitbörse diese Woche nachkommen und die Richtung für die kommenden Tage vorgeben, nämlich nach Süden.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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