Indikatoren-Trading

Die Debatte im Bundestag war spannend. Es ging hin und her zwischen Kanzlerin und Kanzlerkandidat, mit Argumenten für und gegen die bisherige Europapolitik. Merkel und Steinbrück beschuldigten sich gegenseitig einer falschen Strategie. Doch in Wahrheit ist das alles nur ein Spiel. Nachdem die Kameras aus und die Türen verschlossen sind, sitzen die beiden wohl gemeinsam zusammen und trinken genüsslich einen Tee auf das Bühnenstück, das sie soeben vorgeführt haben.

Haben Sie es auch gemerkt? Nichts an der Diskussion war greifbar. Nichts war neu. Die Kanzlerin hat wiederholt, was sie immer schon gesagt hat, und der Kanzlerkandidat hat Feuer ins Spiel gebracht, ohne die Kanzlerin dabei in Gefahr zu bringen. Beide haben sich schauspielerisch besonders hervorgetan und den Zuschauern ein Schauspiel dargeboten, über das viel geredet und noch mehr geschrieben wurde. Herr Steinbrück hat aber auch das Zeug zu einem klasse Schauspieler.

Frau Merkel braucht genauso einen an ihrer Seite. Jemand, der weiss, wann man laut bellen muss und wann man sich zurückhalten muss. Nicht umsonst hat man in den letzten Jahren während die SPD in der Opposition war, rein gar nichts von Peer Steinbrück gehört. Jetzt, wo sich die FDP in der Koalition als Totalausfall herausgestellt hat und es für die SPD möglicherweise wieder Richtung Koalitionspartner gehen kann, da ist er wieder im Rampenlicht.

Für die Macht darf sich ein Kanzlerkandidat auch ins Zeug legen, für die eigenen Taschen ebenso, indem man hoch dotierte Reden hält. Hat man den Peer eigentlich auch so hingebungsvoll mit den Bürgern reden sehen, oder dass er sich genauso motiviert um die Belange seiner Wähler gekümmert hat? Vielleicht hat er das, aber das kam bei Weitem nicht so herüber wie die besonders medienwirksamen Auftritte, die er mit der Kanzlerin hingelegt hat.

Merkel und Steinbrück sind die beiden, die dem Volk gesagt haben, dass seine Bankeinlagen sicher sind. In einer wirklichen schweren Stunde der deutschen Nation hat man sich Seite an Seite gestellt und mit einer Stimme gesprochen. Meinen Sie wirklich, dass nach sich solch einem bindenden Ereignis Merkel und Steinbrück nun die Augen auskratzen? Wohl kaum. Sie wollen noch zusammen arbeiten und gemeinsam die Regierungsgeschäfte führen.

All das, was wir als Konfrontation zwischen Kanzlerin und Kanzlerkandidat vorgesetzt bekommen, ist ein Akt von vielen eines recht langen Theaterstücks. Die Politik als Marionette der wirklich Mächtigen im Land spielt und spielt. Dabei ist es vollkommen egal, ob Merkel oder Steinbrück regiert und ob CDU oder SPD gewinnt. Es ist eh alles nur Theater.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

Share This