Indikatoren-Trading

In den letzten Wochen sind wichtige Konjunkturzahlen veröffentlicht worden, jedoch fanden sie keine Beachtung. Sie wurden veröffentlicht und verschwanden schnell aus dem medialen Blickfeld. Die Industrieaufträge in den USA und in Deutschland haben begonnen stärker nachzulassen. Das ist insofern wichtig, da die Industrie der Vorreiter einer konjunkturellen Entwicklung ist. Die wirtschaftliche Lage wendet sich zum Schlechteren und niemand schaut hin. Das mag man kaum glauben, es ist aber so.

Die deutsche Industrie hat im August weniger Aufträge erhalten. Der Rückgang belief sich auf 1,3% und war damit schlechter als erwartet ausgefallen. Kurz zuvor hatte auch das amerikanische Handelsministerium schwache Zahlen für die amerikanische Industrie gemeldet. Ausgenommen den stark schwankenden Transportsektor, fielen die Industrieaufträge um 1,6%. Mit Einberechnung dieses Teilbereiches wären es sogar 13.2% gewesen.

Wenn Neuaufträge in der Industrie sinken, dann verschlechtert sich die Lage in der Folge auch in anderen Bereichen. Wer weniger Maschinen aus der Industrie bestellt, der produziert weniger, weil er vielleicht schon mit den bestehenden Geräten gar nicht so viel produziert, wie er könnte (Überkapazitäten). Das produzierende Gewerbe braucht also keine neuen Maschinen sondern Kunden, die ihre Produkte kaufen. Das machen die Kunden derzeit offensichtlich nicht. 

Mangelt es an Neuaufträgen in der Industrie, wird diese geneigt sein, auf die schwächere Nachfrage mit Kostensenkungen zu antworten. Das heißt zuallererst an den Personalkosten zu sparen. Die entlassenden Mitarbeiter werden mangels Einkommen weniger einkaufen können und damit dem herstellenden Gewerbe und dem Handel als Konsument ausfallen. In der Folge müssen auch diese beiden Bereiche Kosten senken und entlassen ebenfalls Mitarbeiter. Erneut nimmt die Kaufkraft ab.

Der ifo-Geschäftsklima-Index zeigt schon über mehrere Monate hinweg eine immer schlechtere Erwartungshaltung der deutschen Unternehmen zur zukünftigen konjunkturellen Entwicklung. Die Automobilindustrie stellt sich auf eine starke Absatzkrise ein. Es scheinen sich überall die Pfeile nach unten zu drehen und signalisieren eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung und trotzdem werden die Zusammenhänge in den Medien nicht wirklich deutlich herausgestellt. Es wird eine Zahl gemeldet und die verschwindet dann schnell in den Archiven.

Der Zusammenhang zwischen einem Nachlassen der Industrieaufträge und den Folgeereignissen, die sich damit logisch verbinden lassen, ist nicht kompliziert. Wirtschaftsforschungsinstitute und auch der IWF haben bereits begonnen, die Wachstumserwartungen für dieses und das nächste Jahr reihenweise zu senken. Sie haben die Schlussfolgerungen sozusagen eingepreist.

Industrieaufträge sind wichtig für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Ihnen muss ein besonderer Wert beigemessen werden.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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