Buchtipp

Gestern war noch Freudenstimmung an der Frankfurter Börse, denn der DAX stieg stramm. Das Depot grünte vor sich hin und gelegentlich zeigte sich auch die Sonne über dem Frankfurter Himmel. Die Anleger wähnten sich in der Phase der Wiederaufnahme des Ralleymodus. Der DAX schloss demnach auch nahe am Tageshoch. Doch in die Suppe spucken die größeren US-Indizes, welche alle die Vorgaben des DAX nicht mitmachen wollten. Haben sich die deutschen Anleger zu früh gefreut?

Nach anfänglich positivem Start drehte die Stimmung jenseits des Atlantik sehr schnell und die Kurse an der Wallstreet fielen. Die Indizes Nasdaq und S&P notierten am Handelsschluss wieder zurück auf ihren Eröffnungsniveaus. Der Dow Jones rutschte, trotz des zwischenzeitlichen Plus, sogar ins Minus. Wer hat sich hier zu früh aus dem Fenster gewagt? War der DAX zu euphorisch, die Anleger gar gierig? Normalerweise folgt der DAX brav seinem großen Bruder aus New York, dass der deutsche Index sich so frech und auf eigene Faust nach vorne gewagt hat, kommt einer Unerhörtheit gleich. 

Die Strafe folgte auch sogleich, indem die amerikanischen Indizes fielen und die deutschen Käufer verdutzt die Kurstafel verfolgen mussten. Die Euphorie blieb dann aus.

Heute Morgen startet der DAX leicht im Minus und erneut begeben sich die Anleger auf das Eis der Hoffnung. Heute soll der DAX weiter steigen. Im Gegensatz zum gestrigen Handelstag sind die Anleger jedoch leicht ängstlich. Unsicherheit hat sich in die Stimmungslage am Parkett eingeschlichen. Was, wenn der DAX die Rally doch (noch) nicht wiederaufnimmt? Was, wenn die Kurse erstmals noch weiter fallen? Dann wären die Anleger zu früh eingestiegen und ihre Positionen erst einmal im Minus.

Die Interpretation der aktuellen Situation im DAX ist gar nicht so leicht. Nachdem die Kurse für einige Tage gefallen sind, steht es unentschieden zwischen den Käufern und den Verkäufern. Die Verkäufer sehen sich im Recht, die Kurse sind zuvor gefallen und jeder kleine Kursanstieg ist ein Grund mehr um erneut Short zu gehen. Die Verkäufer sehen den DAX noch fallend.

Die Käufer sehen den Anstieg aus einer etwas größeren Perspektive und verweisen auf den monatelangen Anstieg, da sind ihrer Meinung nach ein paar Tage Minus kein Beinbruch. Die Käufer wollen jedoch auf keinen Fall den Einstieg verpassen, wenn es mit dem Anstieg wieder losgeht.

Es ist zu Beginn einer Wiederaufnahme einer vorher gefestigten Trendrichtung niemals einfach gewesen, den optimalen Zeitpunkt zum Einstieg zu erwischen. Der Grund ist, wie zuvor erwähnt, beide Sorten von Marktteilnehmern sehen sich in diesem Moment im Recht. In der Folge ist jede Marktreaktion kräftig und wenig kalkulierbar.

Der DAX könnte sich mit dem gestrigen Anstieg jedoch keinen Gefallen getan haben, jedenfalls die Anleger nicht, die Aktien erworben haben. Für einen sauberen Abschluss einer Korrektur müsste der DAX kurzzeitig unter das letzte Tief rutschen, idealerweise bei 7150 Punkten oder tiefer notieren. Erst dann wäre der Abschluss sauber.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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