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So langsam wird es kritisch, denn den Griechen läuft die Zeit ab. Sie brauchen dringend frisches Geld aus dem EU-Rettungsfonds um ihre Verbindlichkeiten zu bezahlen. Alles konzentriert sich auf die nächste Teilauszahlung, welche spätestens im November angewiesen werden soll. Doch in Wirklichkeit ist Griechenland schon längst pleite und überlebt nur durch die ständigen Rettungszahlungen. An den Kapitalmärkten will nämlich niemand den Hellen Geld leihen. Nicht heute und auch nicht in der Zukunft.

Die Euroretter werden nicht müde, allen eine Art Scheinnormalität vorzugaukeln. Den Griechen müsste man nur unter die Arme greifen, dann würde es wieder gehen, wird suggeriert. Oder die Griechen seien nur in einer zwischenzeitlichen Notlage, so als helfe man einem Freund kurz aus, bald werde sich die Notlage wieder bessern, so wird dem europäischen Steuerzahler ein Grund geliefert, warum immer mehr Milliarden nach Athen fließen. Das ist aber alles nicht wahr.

Eine kurzfristige Hilfe macht nur dann Sinn, wenn dadurch ein schwacher Moment auskuriert wird. Es muss aber eine regelmäßige Einnahmesituation da sein, dass am Ende des Monats Geld übrig ist. Das ist in Griechenland nicht der Fall. Da hilft es auch nicht, dass die Euroretter etwas von "zurück zu Wachstum" reden. Welches Wachstum? Und vor allem, womit soll Griechenland wachsen? Mit Ziegenkäste und Oliven? Das Land hat nichts, womit es konkurrenzfähig ist. Auf Jahre, mindestens zehn, wird Griechenland Zeit brauchen, um zu schrumpfen und eine Basis zu entwickeln, mit der eine Besserung angegangen werden kann.

Da nützt es auch nichts, das permanent Lob und Peitsche ausgepackt wird, wenn es um Griechenland und seine Bemühungen geht. Sie kennen bestimmt die Geschichte von dem Indianerstamm und den Umgang mit dem toten Pferd. Einem toten Gaul kann man, trotz aller Maßnahmen, nicht mehr auf die Beine helfen. Daher ist es nur Schein, wenn die deutsche Kanzlerin Merkel nach Athen reist, die Sparanstrengungen lobt und sich wünscht, dass Griechenland in der Eurozone bleibt. Genauso machen die Drohungen keinen Sinn, dass Griechenland die vereinbarten Sparmaßnahmen umsetzen müsse, sonst gebe es keine Hilfen mehr.

An den Kapitalmarkt kann sich Griechenland nicht wenden. Kein Investor ist bereit, einem Land sein Geld zu leihen, das in kurzer Zeit einen Staatsbankrott erleben wird und wo jederzeit ein neuer Schuldenschnitt droht. Griechenland ist vollkommen von frischem Kapital abgeschnitten und überlebt nur durch die Gunst der europäischen Union.

Europa hingegen hilft Griechenland nur aus Eigeninteresse. Niemand braucht den freundlichen Worten der IWF Chefin Lagarde "lasst Griechenland mehr Zeit" oder anderen Beteuerungen Glauben zu schenken. Europa traut sich nicht eine Pleite zuzulassen, und die Griechen trauen sich nicht von selbst aus der Eurozone auszutreten.

Einen Schlussstrich wird es aber unweigerlich geben müssen: Dann nämlich, wenn auch das Geld aus Europa versiegt, weil die europäischen Bürger nicht mehr gewillt sind, weitere Zahlungen nach Athen zuzulassen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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