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Griechenland hat die deutsche Kanzlerin empfangen. Doch leider nicht so, wie man das kennt, mit Fahnen schwingenden Bürgern, die sich über einen Gast freuen. Stattdessen hatte das Bild mehr Ähnlichkeiten mit einer Demonstration von Globalisierungsgegnern. Es flogen Steine, es brannten Flaggen und die Stimmung war ganz und gar nicht freundlich. Wer sich in die Höhle des Löwen traut, der muss einen wichtigen Grund haben, der ein sehr viel wichtigerer ist, als die Medien uns glauben lassen wollen.

Frau Merkels Kursbesuch in Griechenland hatte in seiner offiziellen Darstellungsform nur einen symbolischen Charakter. Die Kanzlerin wollte sich die Probleme vor Ort ansehen und sich ein Bild von der Lage machen. Sie wollte aber nichts Konkretes beschließen und damit blieben am Ende wieder nur Worthülsen übrig, die der Leser schon viele Male zuvor gehört hat. Sinnbildlich wiedergegeben sind das Dinge wie „wir möchten das Griechenland in der Eurozone bleibt“ oder „in der Krise fühlen wir mit hellenischen Volk“ usw. Wie gesagt, es sind nur leere Phrasen.

Nun, es stellt sich immer noch die Frage, warum Frau Merkel sich nach Athen begeben hat. Warum musste sie sich den wütenden Protesten stellen? Eine mögliche Schlussfolgerung ist: Die Lage ist ernst. Es ist wie im Büro, der Chef zeigt sich nicht, bis es wirklich kritisch wird. So auch in diesem Fall. Frau Merkel ist nämlich der inoffizielle Chef, sie überweist den größten Teil der Griechenlandhilfen. Wir können nicht bezahlt sagen, da die Bundesbürger das Geld zur Verfügung stellen. Sie sitzt sozusagen am längsten Hebel und muss nun Tacheles mit den widerspenstigen Griechen reden. 

Im Grunde ist sie nach Griechenland gefahren, um der griechischen Regierung die kritische Situation noch einmal deutlich vor Augen zu führen. Die Hauptaussage: Ihr seid pleite, also spurt gefälligst, damit wir euch noch ein wenig Lebenszeit gewähren können. Der Eurogruppenchef Juncker hatte sich ja bereits in einem Interview zu Griechenland geäußert: Er sagte, vor Herbst sind die Griechen nicht pleite. All diese kleinen Puzzleteile fügen sich jetzt passend zusammen.

Für die nächsten Wochen steht die Entscheidung an, ob man die nächste Tranche der Hilfszahlungen in Höhe 31,5 Milliarden Euro auszahlen soll oder nicht. Der EU-Kommissar Rehn geht davon aus, dass die Finanzminister der Eurozone zustimmen werden, aber was passiert dann? 

Dann ist bekanntlich Herbst, es wird windig und es wird wohl stürmen rund um Athen und ebenso in Brüssel. Frau Merkel war nicht zu einem Freundschaftsbesuch in Griechenland. Dass Griechenland pleite ist, wird von niemandem geleugnet. Nur wie wird man dieses "Problem" in der Eurozone los, darüber wird noch geschwiegen. Ewig werden die Hilfszahlungen nicht mehr fortgeführt werden können.

Die Lage in Griechenland ist ernst. Das ist sie schon länger, aber nun ist die Lage auch für die EU schwierig. Denn es ist den europäischen Bürgern nicht mehr begreiflich zu machen, wofür immer neue Milliarden nach Athen geschickt werden. Aus diesem Grund ist es Zeit, vielleicht einen neuen Schuldenschnitt bzw. eine kontrollierte Staatspleite zu besprechen. Pläne für einen Austritt Griechenlands haben alle Staaten der Eurozone bereits in der Tasche. Es geht nur noch darum, wann die Lage eskaliert. Dann gilt es schnell zu handeln.

Die Lage ist kritisch und die Eskalation nahe. Frau Merkel musste nach Griechenland, um dort Wichtiges zu besprechen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading.de

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