Indikatoren-Trading

Der ESM ist live und die Politik klopft sich auf die eigenen Schulterm. Endlich habe man etwas auf die Beine gestellt, womit man es mit den Märkten aufnehmen könnte. Man hätte jetzt eine "große Waffe“. Tatsächlich hat man nur einen weiteren Fonds in Stellung gebracht, der noch mehr Geld beherbergt. Das erinnert stark an das afrikanische Land Simbabwe. Das hat ebenfalls immer mehr Geld in Stellung gebracht, eine Pleite konnte das viele Geld dennoch nicht verhindern.

Es gibt gar keinen Grund, warum sich die Politik über die Errungenschaft des ESM freuen könnte. Die Schuldenproblematik besteht nach wie vor. An die Ursache des Problems hat sich niemand herangetraut. In der Summe hat die Politik also nichts geleistet, was sie sich auf die Fahnen schreiben könnte. Dementsprechend fielen die Feierlichkeiten sehr schlicht aus.

Es kann immer wieder wiederholt werden. Das Drucken von Geld erkauft nur Zeit, es löst kein Problem. Der ESM ist mit 700 Milliarden Euro Stammkapital und 500 Milliarden Euro stiller Reserve ausgestattet, welche man bei Bedarf aktivieren kann. Das sind Beträge, die klingen viel und wichtig. Das ist aber nur für den einfachen Bürger viel, der Monat für Monat sein kleines Einkommen nach Hause trägt. In Wirklichkeit wird in der Finanzwelt mit viel mehr Geld hantiert, sodass auch die neuen höheren Summen der Euroretter schnell verpuffen werden.

Es erinnert an Simbabwe, wo jegliches Problem mit dem Drucken von noch mehr Geld beantwortet wurde. Als Folge des massiven Aufblähens der Geldmenge (das macht die EZB auch schon) stieg die Inflation in schwindelerregende Höhen. Das Resultat war, dass die eigene Währung völlig an Wert verloren hatte. Zum Ende hin war es billiger, die Wand mit Papiergeldscheinen zu tapezieren als Tapete zu kaufen. Vielen Lesern ist bestimmt das Bild aus der Zeit der Hyperinflation im Kopf, als Papiergeld zum Heizen verwendet wurde.

Dieses mehr Geld, egal ob nun für den Ankauf von Staatsanleihen, für die Rettung von Staaten oder für die Banken, damit diese das Geld an die Wirtschaft weitergeben, das alles ist keine Lösung, sondern Teil des Problems. Das viele Geld hat die Blasen erst erzeugt. Wenn es kein billiges Geld gegeben hätte, hätten die Banken damit keine risikoreichen Geschäfte gemacht, dann hätten die Immobilienkäufer kein Geld bekommen, dann wären die Preise nicht in windige Höhen geklettert. Die Kette der Folgeschritte kann lange fortgeführt werden.

Der Titel dieses Artikels lautet: "Was haben Simbabwe und der ESM gemeinsam?": Antwort: Beide ruinieren ihre Währung.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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