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Dass Trading eine spannende Sache ist, ist unbestritten. Das flackernde Geblinke in grünen und roten Farben auf den Bildschirm, die Charts und die vielen Indikatoren sind alles Dinge, die den Finanzinteressierten in seinen Bann ziehen. Noch eines ist anziehend, nämlich dass der Trader geneigt ist, eine Position gegen seine eigene Regel einzugehen, manchmal sogar gegen seinen Willen. Der Trader ist, sagen wir, elektrisiert von dem was er sieht und kann nicht anders. Er eröffnet eine Position.

Dieses Kribbeln nicht dabei zu sein, wenn genau jetzt etwas passiert, ist für viele Trader einfach unaushaltbar. Eigentlich will der Anleger noch ein wenig warten, bevor er eine neue Position eröffnet, eigentlich sollte der Markt zum Beispiel noch ein wenig seitwärts pendeln, so seine rationelle Annahme. Also kein Grund zur Eile. Doch sein Gehirn, vielleicht auch der Spielerinstinkt, macht nicht mit. Dieser will nicht warten und lässt den Trader in den Markt springen, indem zügig ein neues Geschäft eingegangen wird.

Geht dann die Position in die richtige Richtung, dann hat der Trader alles richtig gemacht und fühlt sich pudelwohl in seiner Haut. Unwohl fühlt er sich hingegen, wenn die Position nicht sofort das gewünschte Ergebnis liefert und ins Minus rutscht. Denn nun ist der Trader in der misslichen Lage, dass er weiß, dass er zu früh eingestiegen ist und gleichzeitig der Markt wohl noch weiter in die falsche Richtung laufen wird. Das ist nicht schön.

Und warum ist der Trader in dieser misslichen Lage? Weil er dem Kribbeln nachgegeben hat. Weil er nicht seiner Meinung vertraut hat. Denn seiner Meinung nach ist z.B. die Korrektur noch nicht abgeschlossen und auch seine Indikatoren zeigen noch nicht an, dass eine Umkehr bevorstehen würde und doch ist die Position eröffnet und der Trader im Markt.

Die Nachteile dieses Missgeschicks kommen schnell zu Tage. Zunächst strapaziert der missglückte Einstieg die Nerven des Traders. Der Markt will nicht das machen, was der Trader sich  ausgemalt hat. Mit jeder Minute, die so verstreicht, wird er nervöser und ungeduldiger. Hinzukommt, dass die Position offensichtlich zu früh eingegangen wurde, damit wird diese bald ausgestoppt werden: dann nämlich, wenn ein bestimmter Verlustbetrag erreicht wird.  In der Regel passiert das auch und der Trader beendet den Trade mit Verlust und einem miesen Gefühl im Magen.

Das Kribbeln, handeln zu müssen, ist die menschliche Seite des Tradings. Der Mensch will dabei sein, er ist ein Gemeinschaftstier, nämlich genau dann, wenn der Markt das macht, was er sich sehnlich wünscht, entweder wenn dieser stark steigt oder stark fällt. In solchen Momenten fällt es nicht leicht, rationell zu denken und zu handeln. Zu sehr lockt der Markt mit seinen grünen und roten Vorzeichen. Zu verlockend sind die scheinbaren Gewinne, die nur auf den Trader warten.

Wenn es bei Ihnen auch gelegentlich einmal kribbeln solle, dann wissen Sie jetzt, dass es den anderen auch nicht anders ergeht. Die süßen Rufe des Marktes sind einfach zu verlockend.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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