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Der deutsche Börsenindex DAX ist ein Meister der Täuschung. Das hat der Index auch am Ende der letzten Woche wieder einmal unter Beweis gestellt. Als die Zeichen auf fallend standen, hat er noch einmal den Turbo eingeschaltet und einen starken Plustag (Freitag) hingelegt. Viele Anleger hatten aus der Analyse des Charts heraus einen fallenden DAX als den wahrscheinlichsten Verlauf erwartet, das war auch naheliegend und im Grunde richtig. Nur der DAX, der wollte wieder einmal allen das Gegenteil beweisen. Dieses Sonderverhalten des DAX hat viele Anleger Geld gekostet.

All denjenigen, die jetzt vor dem Rechner sitzen und die roten Kurse vom heutigen Vormittag mitansehen müssen, tut der letzte Handelstag vom Freitag besonders weh. Da haben die Trader versucht dem steigenden DAX Einhalt zu gebieten. Sie haben jeden Anstieg geshortet, um vielleicht das Top zu erwischen oder um dabei zu sein, wenn der Index ins Bodenlose fällt. Wie gesagt, der DAX hätte nach normalen Gesichtspunkten (was ist an der Börse schon normal?) eigentlich fallen müssen. All denjenigen, die nun vor dem Computer sitzen und die Minuszeichen mitansehen müssen, gilt unser Mitgefühl. Sie wurden vom DAX ausgetrickst.

Jeder, der schon einmal gehandelt hat, kennt das Gefühl, wenn die eigene Order ausgestoppt wird und dann der Basiswert (Index, Aktie) genau das macht, was der Anleger analysiert hat. Das ist schmerzhaft. Das Gleiche ist auch jetzt zu beobachten. Am Freitag haben einige Anleger auf Short gesetzt und Geld verloren und heute Morgen zeigt sich der DAX sehr schwach und notiert bereits 1,4% im Minus.

Diese Finte des Kursverlaufs vom Freitag kann vereinzelt auch auf die amerikanischen Indizes geschoben werden. Weil diese wie wild gestiegen sind, ist der DAX nur dem "großen Bruder" gefolgt. Auch die US-Indizes können aus dem Stand Kursbewegungen hinlegen, die jeglichen gesunden Verständnisses entbehren. Spricht man beim DAX von Täuschung, dann muss man bei den US-Indizes von Betrug sprechen. Ihre Kursverläufe lassen so manchen Anleger an der Börse verzweifeln.

Am Ende des Tages kann der Einzelne die Kursbewegung nicht beeinflussen. Er kann nur zusehen und versuchen sich einen Stück vom Börsenkuchen zu sichern. Im Volksmund heißt es "es gibt keine Rose ohne Dornen". Auch die Börse hat eben ihre Dornen und sie ist auch genauso schmerzhaft, wenn man sie an der falschen Stelle anfasst.

Diejenigen, die am Freitag Geld verloren haben, weil sie den Anstieg geshortet haben, müssen nun aufpassen, dass sie nicht den Fehler wiederholen, indem sie jetzt Long gehen, obwohl der Markt fällt. Ähnliches gilt auch für den Einstieg in Shortpositionen. Würde der Anleger einfach so Short gehen, würde sich der Einstiegszeitpunkt vielleicht als wenig ideal herausstellen. Auch jetzt gilt es, auf den richtigen Moment zu warten und nichts unüberlegt zu tun.

Genau das ist jetzt die Gefahr für die angeschossenen Bären vom letzten Freitag. Sie sehen sich im Recht und wollen es dem DAX heute vielleicht beweisen. Vieleicht wollen sie ihr verlorenes Geld wieder zurücktraden. Die Sicherheit, die der Shortinvestor aufgrund der bisherigen Marktschwäche vom heutigen Vormittag gewinnt, kann ebenso eine Täuschung sein. Also Vorsicht.

Der DAX ist im Bezug der irrationalen Handlungsweise schlauer, als viele Anleger ihm zugestehen. Ein erneuter Verlust muss nicht sein.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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