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Was haben Aktien und Immobilien gemeinsam? Eigentlich wenig, sollte man meinen, denn das eine sind schnelle Geschäfte mit Wertpapieren, das andere eine fundamentale langfristige Anlage. Schaut man jedoch auf das Verhalten der Inverstoren, dann erkennt man schnell, dass sowohl beim Erwerb von Immobilien als auch bei Wertpapieren die gleichen Fehler wiederholt werden. Niemand lernt aus den Fehlern der anderen, scheinbar muss sich jeder Immobilieninvestor selbst eine blutige Nase holen, bevor er seinen Fehler begreift.

Es heißt im Volksmund: Der Mensch lernt aus seinen Fehlern. Manch einer findet diesen Ausspruch auch richtig, da man erst am eigenen Leib erfahren muss, was man hätte unterlassen soll. Anders ausgedrückt: „Wer nicht hören will, muss eben fühlen“. Diesen Gedankengang weitergeführt gibt es Zeitgenossen, die den Ausspruch verbessert haben, diese sagen nämlich: „Der Dumme lernt aus seinen Fehlern, der Kluge aus den Fehlern der anderen„.

Das führt uns zu dem Immobilienboom, den wir weltweit verfolgen können. Da sind die Deutschen keine Ausnahme. Überall versuchen die Menschen, an das das eigene Heim zu kommen, man könnte meinen, koste es was es wolle. Der Preis ist scheinbar nicht das Problem, sondern dass der potentielle Käufer das entsprechende Darlehen erhält. Die Gier nach dem Traumhaus oder dem eigenen Dach für die eigene Familie wird noch von den Finanzunternehmen angefacht, die mit günstigen Zinsen und langen Laufzeiten locken.

Jetzt wissen wohl (gefühlt) alle, die sich für den Erwerb einer Immobilie interessieren, dass die Immobilienblase in den USA geplatzt ist und zum Ausbruch der Finanzkrise geführt hat. Menschen hatten sich Immobilien gekauft, die sie sich eigentlich nicht leisten konnten, doch günstige Monatsraten als Resultat günstiger Zinsen hatten sie dann doch zu einer Unterschrift bewegt.

Zu einem Immobilienkauf gehört eben mehr als nur die schönen Objekte zu besichtigen und sich eine neue Küche und ein neues Bad auszusuchen. Ist die erste Phase der Euphorie vorüber, dann muss beobachtet werden, dass die unerwarteten Dinge im Leben den Alltag verkomplizieren können. Unerwartete Kosten lassen die Ausgaben schnell über die geplanten Werte schießen. Die Arbeitslosigkeit ist eine immer drohende Gefahr für jeden, der eine Immobilie erworben hat. Ein Mieter muss auch jeden Monat seine Miete zahlen, dieser kann aber in eine kleinere Wohnung umziehen, wenn es schwierig wird.

Tatsächlich konnten die viele Amerikaner ihre Tilgungsraten nicht zurückzahlen und es begann eine Lawine von Zwangsversteigerungen. Dieser Prozess flutete den Immobilienmarkt mit immer mehr Immobilien, die die Preise der bestehenden Objekte drückten. Erneut kamen amerikanische Bürger in Bedrängnis, da der Wert ihrer Immobilie stark fiel. Ein Teufelskreis.

Ein besonderer Fehler, den sehr viele Immobilienkäufer machen, ist die sogenannte Vollfinanzierung. Eigentlich hat man kein Geld gespart, will aber dennoch eine Immobilie erwerben, also lässt man sich den ganzen Betrag auszahlen (ohne Anzahlung) und streckt die Laufzeit, damit die Rate bezahlbar bleibt. In Wirklichkeit ist eine Vollfinanzierung ein großer Fehler, da man sich offensichtlich hier etwas kauft, was man sich schlicht nicht leisten kann.

Diesen Fehler machten auch die spanischen Bürger. Auch sie kauften hemmungslos Immobilen und fachten einen Boom an, der die Objektpreise immer weiter klettern liess. Anstatt auf die Bremse zu treten und von einer Kaufidee Abstand zu nehmen, liehen sich die Käufer einfach mehr Geld für immer kleinere Wohnungen mit immer höheren Preisen. Ein Teufelskreis.

Das Ende ist bekannt. Auch in Spanien platzte die Immobilienblase. Diese gibt es auch in vielen anderen Nationen. Zum Beispiel in China, wo es ähnlich wild gewütet hat wie in Spanien. Aber auch in China sinken die Preise für Immobilien seit Herbst letzten Jahres rapide. Dort ist die Blase am Platzen.

Jetzt könnte man meinen, die Personen, die sich vor kurzer Zeit eine Immobilie gekauft haben, konnten die Zeichen der Zeit erkennen. Sie konnten mitverfolgen, wie ein Immobilienerwerb, der ein Mehrfaches des Jahreseinkommens kostet und den man dann vollfinanzieren muss, am Ende zum Investmentgrab werden kann. Wer das glaubt, der hat weit gefehlt.

In Deutschland ist die Immobilienblase noch am Aufblasen. Man giert geradezu nach den verfügbaren Objekten. Manch einer will seine Immobile als Betongold, als Schutz gegen die drohende Inflation, erwerben. Andere kaufen eine Immobilie, weil die Zinsen zur Zeit günstig sind. Dass das kein Grund ist, wurde schon in dem Artikel „Immobilienkauf: Nicht wegen der Zinsen“ thematisiert .

Nun, die Zukunft derjenigen, die sich die Immobilie auf Pump geradeso leisten konnten, ist bereits vorgezeichnet. Die Konjunktur in der Welt kühlt ab, die Arbeitslosigkeit nimmt zu. Wenn dann der Immobilienkäufer Schwierigkeiten mit der Rückzahlung der Monatsraten bekommt, dann wird er merken, dass er etwas eingegangen ist, dass er so hätte nicht machen sollen.

Aber dann ist der Fehler schon passiert.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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