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Es macht die Runde, dass sich die angeschlagenen Staaten Italien, Frankreich und Spanien am heutigen Freitag am Rande des Mittelmeer Gipfels treffen werden. Es soll über einen möglichen Hilfsantrag von Spanien geredet werden. Schnell fragt sich der Leser, warum die Kanzlerin in dieser Aufzählung nicht vorkommt. Denn es hat sich im Verlauf der Krise herausgestellt, dass in Europa ohne Deutschland nichts geht. Warum also verzichtet man auf so eine wichtige Krisenstütze?

Vielleicht weil die Deutschen Spielverderber sind? Vielleicht, weil genau die Mittelmeerländer, um die es hier geht, hoch verschuldet sind und damit als böse Buben gelten; und die Deutschen sich als Musterschüler in Europa präsentieren? Den Klassenstreber hat früher in der Schule auch niemand in seiner Nähe haben wollen.

Im sozialen Umfeld heißt es „Gleich und gleich gesellt sich gern“. Wer die gleichen Probleme hat, der versteht sich. Wer mehr Geld braucht, der versteht die Sorgen des jeweils anderen. Und wer einen möglichen Hilfsantrag an die EU stellen will, der trifft sich mit denen, die das gleiche Schicksal treffen könnte.

Denn eines ist sicher. Spanien muss den Hilfsantrag über kurz oder lang stellen. Es geht nur darum, in wie weit Spanien die Spardiktate aus Brüssel verhindern kann. Hier genau braucht Spanien die Hilfe der Franzosen und der Italiener. Diese können den Forderungen der Iberer Nachdruck verleihen. Frankreich und Italien haben ein Interesse daran, dass Spanien an frisches Geld aus dem Rettungsfonds kommt, ohne dabei mit Sparauflagen belegt zu werden. Der Grund ist einfach: Diese beiden Nationen werden später das Gleiche fordern.

In dieser Runde ist Deutschland fehl am Platz. Deutschland spielt den Sparmeister. Das gefällt den anderen Nationen nicht. Anstatt zu helfen, legen die Deutschen den Mittelmeerstaaten nur Steine in den Weg. Also versucht man sich zu einem Gegengewicht zu verbünden. Das Ziel ist es, der EU-Führung sowie den Entscheidern wie Deutschland schon fertige Vorschläge zu machen, an denen nicht mehr gerüttelt werden soll. Wenn Spanien, Frankreich und Italien eine Forderung gemeinsam unterstützen, dann repräsentieren sie einen Großteil der EU. Sowohl in der Größe als auch von der Anzahl der Bevölkerung.

Bei solch einer Dominanz wird es Deutschland schwer haben zu widersprechen bzw. wenn doch, dann mit entsprechender Kritik aus dem Mittelmeerraum. An einer Zusage Deutschlands zu jeglicher Art von Plan wird man nicht vorbeikommen, man kann sich aber verhandlungstechnisch so positionieren, dass den Deutschen nur die Wahl zwischen Not und Elend bleibt.

Die europäische Gemeinschaft muss sich eingestehen, dass es schon länger mit der Gemeinschaft vorbei ist. Jeder denkt und handelt nach eigenem Interesse und Wohl. Dazu gehört auch Gruppenbildung, wie wir jetzt verfolgen können.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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