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Immer wieder kommt es an der Börse vor, dass sich die superschnellen Handelscomputer fehlerhaft verhalten. Das führt dann zu außergewöhnlichen Kursbewegungen am Markt. In der Folge lokalisiert man das Fehlverhalten und geht einfach zum Tagesgeschäft über. Es waren halt die Superrechner, sagen die Börsen und die Medien einhellig, bei so viel Algorithmen, da kann sich so ein High-Tech-Trading-Gerät auch einmal einen Fehler leisten. Der Computer wird verteidigt, der Anleger aber ist der Dumme.

Der Aktienmarkt und somit die Anlage in Aktien ist nicht für den Handel auf Basis von Millisekunden gedacht, sondern dafür, dass sich Unternehmen für ihre Expansionen und Investitionen Kapital holen können. Im Gegenzug können Aktionäre Anteile erwerben und an den Gewinnen teilhaben. Von diesem Grundsatz ist der Börsenhandel schon lange weg. Es wird angenommen, dass 40% des Handels von Superrechnern gemacht werden. Die Dunkelziffer wird noch sehr viel höher angenommen, allerdings gibt es keine konkreten Zahlen dafür.

Erst kürzlich kam es an der US Börse Nasdaq erneut zu einem Fehler, diesmal beim Handel mit der Kraft-Foods Aktie. Irgendein Rechner wollte unbedingt Aktien dieses Unternehmens erwerben. Also wurde zügig und über mehrere Handelsplätze gekauft, die plötzliche starke Nachfrage ließ die Aktie um 30% klettern.

Schnell war der Schuldige für diese unnormale Kursbewegung gefunden, es war der Superrechner. Darin waren sich dann auch Börse und Medien stillschweigend einig. Der doofe Computer, mit seinem komplizierten Algorithmus, der hat es verbockt. Von jemanden, dem dieser Rechner gehört, von einem Menschen oder einem Unternehmen, die diesen Computer mit diesen Formeln gefüllt haben, wird zu keiner Zeit geredet. Es heißt doch umgangssprachlich: "Unschuld schützt vor Strafe nicht". Wo bitte bleibt die Strafe für dieses Fehlverhalten?

Ach ja, es gibt keine Strafe. Es wurden zwar gerade 30.000 Aktien fehlerhaft erworben, aber das ist nicht so tragisch, man kann ja alles wieder rückabwickeln. Der Fehler wird dem Superrechner angekreidet und fertig ist das Thema, obwohl Aktiengeschäfte ausgeführt wurden und die Transaktionen regelkonform zustande gekommen sind. Es wird einfach so getan, als sei kein Geschäft zu Stande gekommen, man verschließt die Augen.

So kann kein Anleger auf der Welt Geschäfte machen, wenn es nicht einmal eine Sicherheit gibt, dass Kauf- und Verkaufsaufträge ihre Gültigkeit haben. Vor allem fehlt es an der Verantwortung. Wer muss für diesen Fehler gerade stehen? Wem gehört der Handelscomputer, warum wird der nicht öffentlich benannt und warum zahlt der Eigentümer des Superrechners nicht die entstandenen Kosten aus der eigenen Tasche?

Denn dann würde man aus Fehlern klug werden. So wie jetzt, nachdem man die Transaktionen rückabgewickelt hat, wurde der Fehler einfach ausradiert. Zum Leidwesen der Anleger, welche ihre Fehler nicht ausradieren können. Auf diesem Weg wird es nie zu einer Verbesserung bei dem Einsatz von Superrechnern kommen, denn scheinbar darf jeder Mist bauen, es wird sowieso bereinigt.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading.de

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