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Heute ist ein Donnerstag. Heute tagt wieder der EZB Rat und beschließt eine Leitzinsänderung oder wie bereits verkündet, eben keine. Die Leitzinsen in der Eurozone bleiben auf dem niedrigen Niveau von 0,75%. Na gut, bis dahin nichts Neues, aber Herr Draghi sollte doch ein paar Bonbons für die wartenden Anleger haben. Die hat er doch sonst immer. Zu Beginn der Pressekonferenz ist der DAX noch bei Laune, doch mit jeder Minute, die vergeht, schwindet jede Hoffnung. Die Enttäuschung unter den Anlegern ist groß.

Eine Leitzinsänderung hatte niemand direkt erwartet, aber wenigstenst ein paar kräftige Worte, so in der Art, dass man "alles nötige tun werde". Davon war nichts zu hören. Dann vielleicht, dass Spanien unter den schützenden Rettungsschirm schlüpfen wird, das wäre auch eine Nachricht, auf die die Marktteilneher hoffen. Denn die Schlussfolgerung ist, dass die Unsicherheit aus dem Markt wäre, sobald sich die Spanier in die schützenden Hände der sogenannten Euroretter begeben würden.

Dass die Spanier sich bisher zieren liegt nicht nur an ihrem Stolz, sondern auch an den Erfahrungen, die man in Griechenland gemacht hat. Hat man die Troika einmal ins Land gelassen, dann hat man selbst nichts mehr zu melden. Hinzu kommt, dass die Troika befiehlt und die Bürger protestieren. Daher kann man verstehen, warum sich die spanische Regierung sträubt.

Also auch aus dieser Richtung kommt nichts von der EZB, dass die Anleger in Kauflaune versetzen würde. Ein wenig wirken die Händler und die Supercomputer geknickt. So hatten sie sich den Nachmittag nicht ausgemalt. All die Pressekonferenzen der europäischen Zentralbank, die nach einer Leitzinsentscheidung abgehalten wurden, waren immer schöne grüne Tage, an denen die Kurse ordentlich befeuert wurden. Aus diesem Grund durften sich die Marktteilnehmer auch heute auf steigende Kurse einstellen. Sie haben steigende Kurse fest erwartet. Ist das bereits ein deutliches Zeichen von Sucht?

Die Anleger haben gehofft und fest die Daumen gedrückt. Doch es hilft alles nichts. Der Dealer hat heute keinen Stoff dabei und so sieht auch der Kursverlauf des DAX aus. Sehr nervös zittert sich der DAX in einem Punktefenster von 30 Punkten hin und her und weiß nicht wohin. Laufen Süchtige auch nicht nervös hin und her?

Die Geschichte ist schnell erzählt. Wer abhängig ist und nun enttäuscht wird, der sucht schnell die Flucht. Das könnte dem nervösen DAX heute Nachmittag auch bevorstehen. Ohne einen Impuls von der EZB sind die Anleger verängstigt und stoßen möglicherweise enttäuscht ihre Papiere ab.

Das kann noch zu einem schmerzhaften Abverkauf führen, wenn sich die Süchtigen alle gleichzeitig in Richtung Ausgang begeben, denn eine Enttäuschung tut besonders weh.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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