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Aktionäre sind wie Tag und Nacht. Manchmal sind sie tief betrübt, dann nämlich, wenn ihr Depot tiefrot ist. Manchmal freuen sie sich himmelhochjauchzend, dann nämlich, wenn die Kurse steigen und der Aktionär von Wohlstand und Reichtum träumt. Im Moment ist wieder eine Phase der steigenden Kurse, doch es ist bereits heute abzusehen, dass dieser Anstieg nicht auf einem Fundament beruht. Ein schmerzhafter Crash wird die Hoffnungen vieler erneut zunichte machen. Ein Crash hat eine heilende Wirkung.

Immer wenn die tatsächlichen Konjunkturdaten nicht mit denen der Aktienkurse zusammenpassen, dann muss der Anleger hellhörig werden. Eine kurze Periode dürfen Aktienkurse vorweglaufen, denn man sagt, sie handeln die Zukunft, dann aber müssen die fundamentalen Daten diese Vorschusslorbeeren auch mit harten Zahlen untermauern und damit rechtfertigen. Im Moment sehen wir genau das Gegenteil. Die Wirtschaftsdaten gehen in die Knie und die Aktienkurse machen sich in Richtung Allzeithochs. Dass das nicht passt, ist offensichtlich.

Es wäre müßig, jetzt jede einzelne Konjunkturzahl hier aufzuzählen, wir haben in diesem Blog des Öfteren anhand aktueller Daten auf die Fehlentwicklung hingewiesen. Die Industrieaufträge gehen zurück, die Konsumentennachfrage auch, die Arbeitslosigkeit steigt, die Automobilindustrie muss besonders stark auf die Bremse treten, Frachtraten fallen deutlich und die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung wird bereits deutlich negativ erwartet. Das sind alles keine Gründe, warum Aktien steigen sollten und sie tun es trotzdem, warum?

Derzeit fließt billiges Geld der Zentralbanken in den Markt und sorgt für Nachfrage. Eigentlich ist dieses Geld dafür gedacht, kriselnden Staaten unter die Arme zu greifen (EZB) bzw. der lahmenden Konjunktur sowie dem schwachen Arbeitsmarkt in den USA zu helfen (FED), tatsächlich geht die Hilfe aber am Ziel vorbei. Das Geld fließt in den Aktienmarkt und bläst so die nächste Blase auf. Jede Investition in Aktien während solch einer Zeit ist zuerst süßlich, weil die Gewinne schnell erwirtschaftet werden können und enden nachher schmerzhaft, weil der Anleger den Ausstieg nicht schafft.

Ein DAX Index müsste heute bei 5000 Punkten notieren, damit die Abschwächung der Weltwirtschaft (in der Folge die Unternehmenszahlen) sich in den Kursen widerspiegeln würde, tatsächlich notiert der deutsche Leitindex bei 7300 Punkten und er strebt nach mehr. Das ist eine krasse Fehlentwicklung. Es ist heute nicht schwer auszumalen, dass die Unternehmen bei den kommenden Quartalszahlen schwächeln werden. Kurzfristig lassen sich Einbrüche im Ergebnis mit schnellen Entlassungen im Personal noch schönrechnen. Doch kein Unternehmen kann einen Nachfrageausfall lange Zeit kaschieren. Das geht nicht.

Im Vergleich zu der heutigen Aktienkursentwicklung müssten die Unternehmensgewinne steigen, das werden sie aber nicht können. Sie sehen, die Entwicklung des Aktienmarktes ist zu sehr abgekoppelt von der realen Wirtschaftstätigkeit und der Lage der Unternehmen. Immer, wenn solch eine Marktlage besonders deutlich zum Vorschein kommt, ist es Zeit, sich Gedanken über einen Ausstieg aus Aktien zu machen. 

Ein schmerzhafter Einbruch im Aktienmarkt wird diese Schieflage ausgleichen. Der Crash ist nicht zu vermeiden.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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