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An der Börse soll man Verluste begrenzen und Gewinne laufen lassen. Fast jeder, der sich mit dieser Materie beschäftigt, kommt an diesem Leitsatz nicht vorbei. Während sich der Anleger im Falle der Verlustbegrenzung mit einem bestimmten Maximalbetrag sichern kann, ist das bei den Gewinnen überhaupt nicht einfach. Nimmt man schnell einen Gewinn mit, stellt  es im Nachhinein betrachtet als ein Fehler heraus, da ein größerer Gewinn möglich gewesen wäre. Lässt man Gewinne an der langen Leine laufen und wartet auf den großen Gewinn, endet dieser Weg nicht selten im Minus. Wie der Anleger es auch macht, einfach ist es nicht.

Der normale Weg sieht so aus. Der Anleger geht eine Position ein und sichert seinen maximalen Verlust ab. Dann beginnt diese Position idealerweise ins Plus zu laufen. Ist das der Fall, sichert der Anleger einen Einkaufskurs ab und später folgt er sukzessive dem Gewinn. Einige sichern eine bestimme Prozentzahl vom Gewinn ab und ziehen diesen mit. Anleger, die ihren Trade mit der Charttechnik eingegangen sind, sichern ihren Gewinn am letzten Hoch ab (wenn sie Short sind) und umkehrt, oder setzen das Stopp-Loss-Limit unter das letzte Tief (wenn sie Long sind).

Doch was ist an der Börse schon normal? Die tatsächliche Version, wie sie jeden Tag vorzufinden ist, ist wie folgt: Die Position bewegt sich ins Plus, sofort ist der Anleger geneigt, sich diesen Gewinn nicht entgehen zu lassen. Er sichert diesen Gewinn, indem er sein Stopp-Loss-Limit zu nahe an den aktuellen Kurs setzt. Schnell wird diese Position ausgestoppt. Der kleine Gewinn ist dann zwar eingestrichen und die Position im Plus abgeschlossen worden, doch die Überraschung folgt sogleich. Der Markt bewegt sich noch viel deutlicher in die analysierte Richtung. Der Anleger hat sich von dem kleinen Gewinn verleiten lassen und hat einen größeren verpasst. Unmut macht sich breit.

Beim nächsten Mal will der Anleger das anders machen. Diesmal soll nicht so voreilig nach kleinen Gewinnbeträgen geschaut werden. Also wird erneut eine Position eröffnet, welche wieder ins Plus läuft. Diesmal lässt der Anleger das erste Stopp-Loss-Limit wo es ist, nämlich beim maximalem Verlustbetrag. Manch ein Marktteilnehmer meint, der Teufel spiele an der Börse mit, denn scheinbar er hat meist seine Finger im Spiel. Wie mit dem Teufel geht es dann auch mit dieser Vorgehensweise zu. Der kleine Gewinn wird diesmal nicht gesichert und sofort macht sich der Markt auf, diese Position ins Minus zu führen und dann ausstoppen zu lassen. Erneut macht sich Unmut breit.

Der Trader schimpft. Hätte er doch nur den kleinen Gewinn mitgenommen. Was er hat, hat er und Plus ist bekanntlich Plus. Wie er es auch angestellt, es scheint immer der falsche Weg zu sein. Um die Strategie "Gewinne laufen lassen" wirklich umzusetzen muss der Anleger starke Nerven haben und gegen sein Naturell handeln. Der Mensch will behalten, was er sich erarbeitet (erjagt) hat. Warum sollte er etwas, was so schwer zu verdienen ist (Gewinne), wieder hergeben? Diese Eigenart ist die Ursache des Problems.

Nur wenn der Trader es schafft einen Verlust zuzulassen, auch wenn er zwischenzeitlich schon einmal in Plus war, nur dann kann er die Strategie der "Gewinne laufen lassen" wirklich anwenden. Wie gesagt, dass gelingt den meisten nicht. Im Idealfall läuft die Strategie wie folgt ab: Zunächst wird eine Position eröffnet, diese läuft ins Plus. Jetzt wird sich trotz des anfänglichen Gewinns nicht gerührt. Es kann sein, dass der Gewinn wieder dahinschmilzt oder die Position sogar mit Verlust ausgestoppt wird. Das muss man aber zulassen, wenn man die Strategie richtig umsetzten will. Das Verrücken des Stopp-Loss-Limits passiert erst, wenn sich der Kurs unter das letzte Tief (bei einem Short-Investment) oder über das letzte Hoch (bei einem Long-Investment) bewegt hat. So verfährt der Trader, bis seine Position ausgestoppt wird. Ein Beispiel finden Sie: hier.

Mit diesem Weg sichert er sich eine lange Partizipation an einer Kursbewegung und damit auch einen größtmöglichen Gewinn.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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