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Immer wieder hört der Privatanleger, dass er seine Depot diversifizieren soll. Er soll verschiedene Aktien, am besten aus verschiedenen Branchen, erwerben. Die Absicht der Diversifikation ist das Reduzieren des Risikos. Ein Kleinanleger muss aber erst einmal das Geld für eine solche Maßnahme haben, nämlich mehrere unterschiedliche Aktien kaufen zu können. Mit einem kleinen Budget klappt die Diversifikation überhaupt nicht. Oder haben Sie schon einmal einen Euro in viele Stücke zerteilt?

Wenn jemand zum Beispiel 50.000 Euro hat, dann sieht die Sache schon ganze anders aus. Da kann der Anleger sich ein wenig Gold kaufen, einen Teil in Aktien anlegen und den Rest in festverzinsliche Papiere investieren. Das sieht dann schön aus und würde einer sauberen Aufteilung entsprechen. Aber wer von den Kleinanlegern hat denn schon 50.000 Euro, mit denen er "diversifizieren" kann?

Bei den Kleinanlegern fallen schon mal weitere Anlageformen wie Gold und festverzinsliche Wertpapiere weg. Es bleibt also nur noch das Aktiendepot. Nun, wer mehr als ein paar Tausend Euro sein eigen nennen kann, der kann hingehen und sich seinen Branchenmix zusammenstellen. Der Anleger kauft sich Aktien von verschiedenen Unternehmen, um sich so vor starken Schwankungen der Aktienkurse einer Branche zu wappnen. Ein gutes Beispiel ist die volatile Halbleiter-Branche. Wer sich mit Aktien nur aus diesem Bereich eingedeckt hat, kann in rauhen Zeiten kaum schlafen. So sehr hüpft dann der Depotwert.

Diversifikation ist etwas Gutes. Nur es muss auch möglich sein, mehrere Aktien kaufen zu können. Daran hapert es oft, aber das wird kaum thematisiert. Wer nur wenige Tausend Euro hat, der kann sich nur auf eine Aktie, maximal auf zwei, konzentrieren. Das war es dann schon. Denn bei aller Vorsicht und Risikominimierung muss ja auch noch etwas verdient werden. Denn würde sich ein Anleger mit einem kleinen Depotvolumen diversifizieren wollen, dann müsste er sein Geld auf zu viele unterschiedliche Positionen verteilen und bekäme in der Folge nur sehr wenige Aktien eines Unternehmens.

Stellen Sie sich vor, jemand kauft fünf Aktien von Siemens. Das macht der Kleinanleger dann auch noch mit mehreren anderen Positionen. Er kauft viele verschieden Aktien mit wenigen Stückzahlen. Am Beispiel der Siemens Aktien kostet den Anleger dieser Einkauf 350 Euro. Dafür muss er außerdem noch Transaktionsgebühren beim Einkauf sowie beim Verkauf bezahlen und am Ende soll diese Investition auch noch einen Profit abwerfen, den man auch als Profit bezeichnen kann. Sie sehen, das kann gar nicht klappen.

Wer wenig hat, kann gar nicht aufteilen. Da hilft es auch nicht, wenn dies in Gesprächsrunden und in der Finanzliteratur immer wieder wiederholt wird. Wer wenig hat, der muss eben das Risiko eingehen, anders wird aus dem Investment nichts. Nur weil die großen Jungs am Markt etwas machen, muss das nicht gleichermaßen für die Kleinanleger anwendbar sein.

Zu einem guten Anleger gehört auch die Fähigkeit, rechnen zu können. Da kommt dann schnell zum Vorschein, was sinnvoll ist und was keinen Sinn macht. Für zu kleine Depots macht eine Diversifikation keinen Sinn.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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