Indikatoren-Trading

Nach so einem Tag wie dem gestrigen, an dem der DAX zwei Prozent verloren hat, steht der Anleger vor einer Neuorientierung. Die neue Komponente ist nämlich, dass im Gegensatz zu den letzten Wochen die Markteilnehmer doch bereit sind, ihre Aktien zu verkaufen. Hieraus leitet sich für den Aktienbesitzer die Frage ab, ob der Markt jetzt wieder steigt, sich seitwärts bewegt oder der Markt nach dem Warnschuss gestern noch tiefer fällt. Manchmal ist es gar nicht gut, in der Haut des Anlegers zu stecken, denn diese Entscheidung ist komplex.

Die Anleger haben nun die Qual der Wahl. Sollten sie in den Markt einsteigen, weil die Preise gefallen sind? Das wäre eine Möglichkeit für all diejenigen, die auf kleine Rücksetzer warten. Diese Personen können ihre Position aufstocken oder eben einen Neueinstieg wagen. Gelegentlich nennt man diese Gruppe auch Schnäppchenjäger. Die Frage, die sich diese Anleger stellen, ist: sind die Kursverluste jetzt schon ausreichend oder kommt da noch mehr?

Diese Entscheidung ist nicht einfach zu treffen, denn einige Marktteilnehmer kommen zu einer anderen Interpretation. Die starken Kursverluste und das Stocken des DAX-Motors sind Zeichen, dass der Markt ein wenig Erholung braucht. Jetzt, wo der Markt nicht mehr direkt weiter steigen will, ist es nach Überzeugung dieser Investoren Zeit, seine Position zu liquidieren und Gewinne mitzunehmen. Diese Anleger wollen aus dem Markt heraus und gehen wie folgt vor.

Sie nutzen einen Tag (manchmal auch nur einige Stunden) der Erholung, an dem der DAX wieder versucht zu steigen, um ihre Position zu schließen. An der Börse geht man davon aus, dass die meisten Anleger den ersten Wink des Marktes nicht aufnehmen. Während die institutionellen Anleger jetzt ihre Ampeln auf "verkaufen" gestellt haben, sind die Privatanleger noch im "kaufen" Modus. So tauschen die Wertpapiere den Besitzer aus den Händen der Institutionellen in die Hände der Privaten.

Es ist nun einmal so, dass es an der Börse nie eine einzige Lösung gibt. Jeder interpretiert die Marktlage nach eigenem Ermessen und Empfinden. Da fischen alle, die sich am Aktienmarkt tummeln, im selben trüben Wasser. Kein Anleger kann eine 100%ige Aussage über eine kommende Kursentwicklung aussprechen, es sind immer nur Chancen, die sich mit geringem Risiko eingehen lassen. Daher kommt es umso mehr darauf an, dass der Anleger seine Verluste minimal hält.

Der heutige Handelstag beginnt mit grünen Vorzeichen, ebenso leuchten die amerikanischen Futures bereits grün. Der DAX hat mit einer positiven Kurslücke eröffnet und drängt erst mal nach oben. Das dies nicht automatisch die Wiederaufnahe des bisherigen Aufwärtstrends bedeutet, sollte in diesem Artikel verdeutlicht werden.

Niemand will zur falschen Zeit investiert sein, das ist normal. Wer den Anstieg bisher nicht nutzen konnte, will nicht derjenige sein, der am (möglichen) Top Aktien sein eigen nennt. Diejenigen, die schon lange auf den steigenden Börsenzug aufspringen wollten, diejenigen wollen nicht in einigen Wochen zurückblicken und die Chance auf den Einstieg verpasst haben, wenn der DAX weit höher notiert als heute.

Der Anleger hat es eben nicht leicht. Aber wer hat denn gesagt, dass das Investieren an der Börse leicht wäre?

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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