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Der DAX ist heute so richtig unter die Räder gekommen. Dass der Index noch ordentlich verlieren könnte, hatten viele Anleger kaum mehr für möglich gehalten. Zu sehr hat man sich auf das billige Geld der Zentralbanken verlassen. Dass die Börse keine Einbahnstraße sein kann, konnten die Börsianer am heutigen Tag verfolgen. Stetig und ohne Gegenwehr gab der Index seine Punkte ab. Am Ende waren es 2% Minus. So ein Minustag hat auch etwas Gutes. Es rüttelt die Anleger auf.

Wenn Kurse fallen, dann meist schnell. Das geht einher mit Unsicherheit und gelegentlich auch Panik. Der Druck, das sich die Kurse an solchen Tagen nicht erholen, nicht erholen wollen, sowie die knappe Zeit, die der Anleger hat, eine Entscheidung zu treffen wie er mit seiner Position umgehen soll, macht die Situation besonders stressig. Wenn die Kurse purzeln, dann wollen manche Anleger nicht in fallende Kurse hineinverkaufen, da sie glauben, der Preis den sie bekommen, sei ein schlechter. Sie wollen eine Beruhigung der Marktbewegung abwarten, um dann in Ruhe zu entscheiden. Diese Ruhephase kommt eben an solchen Tagen nicht.

Diejenigen, die sich über Stopp-Loss-Aufträge abgesichert haben, die haben solchen Sorgen nicht. Diese Anleger befeuern unwissentlich den Kursverfall, da jeder neue Kurs, der unter bestimmte Marken fällt, weitere Verkaufsaufträge auslöst. In der Folge ist das Angebot an zu verkaufenden Aktien größer, als die Käufer nachfragen. Die Kurse fallen tiefer.

Immer stetig steigende Kurse sind lähmend und machen faul. Der Anleger glaubt, es ginge immer so weiter. Er wird gar geblendet von der Idee, Geld verdienen sei besonders einfach, denn er müsse nur kaufen, den Rest (nämlich steigende Kurse) macht der Markt schon. Dieses Gefühl konnten die Anleger in den letzten Wochen gewinnen. Das verleitet dann einige Anleger, besonders risikoreiche Geschäfte zu tätigen, indem alles auf eine Karte gesetzt wird oder auf Kredit spekuliert wird.

Um dieser Entwicklung entgegen zu stehen, ist es gut und sinnvoll, wenn die Börse gelegentlich einen Nackenschlag an seine gierigen Anleger, in Form von einem deutlichen Minustag, verteilt. Manche Anleger lernen es eben es nie, diejenigen müssen daher fühlen. Erst der Schmerz der Verluste führt zu einem Umdenken.

Plötzlich sollen die Kursverluste das Resultat der aufkeimenden Sorgen um die schuldengeplagten Krisenländer sein. Das ist Unfug. Nichts hat sich an deren allgemeinen Lage zwischen letzter und dieser Woche verändert. Der einfache Grund, warum die Kurse fallen, ist: Sie waren lange genug gestiegen und nun war es an der Zeit, Kasse zu machen.

Diejenigen, die heute ihre Gewinne realisiert haben, freuen sich über ihre erfolgreiche Transaktion. Das ist gut. Diejenigen, die Short waren, freuen sich ebenso, für sie war es ein besonders profitabler Tag. Das ist schön. Diejenigen Anleger, die ihre Fehler wiederholt haben, für sie lief der Tag nicht so doll, doch auch sie hatten Gelegenheit, aus ihren Fehlern zu lernen. Also wie man diesen deutlichen Minustag im DAX dreht und wendet. Er hatte seine guten Seiten.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-traiding Team

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