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Fast ist das Land an der Südost-Küste Europas in Vergessenheit geraten. Kein anderes Land ist so mit der Finanz- und Schuldenkrise verbunden, wie Griechenland. Man nennt sie die  Pleite-Griechen, Schulden-Griechen, Arme-Griechen oder auch Faule-Griechen. Alles, was den Zerfall der Eurozone betrifft, ist in diesem einen kleinen Land konzentriert. Nun ist es wieder zurück auf der internationalen Bühne, denn es braucht wieder Geld. Schnell machen sich die Medien daran, daraus eine Überraschung zu stricken.

Welche Überraschung? Wer bitte hat denn geglaubt, dass es anders kommen würde? Wer keine Industrie hat, kann keine Arbeiter beschäftigen. Wer nicht arbeitet kann nicht kaufen, wer nicht kauft, kann kein Wachstum generieren. Wer nicht arbeitet kann, keine Steuern zahlen. Wer keine Gewinne erzielt, ebenso nicht. Ohne Steuern kann der Staat keine Einnahmen vorweisen. Das klingt ganz logisch. Warum also ist man jetzt so überrascht? Das Land ist faktisch schon pleite, es dient nur als Spielball der Euroretter um zu probieren und zu testen.

Griechenland redet gerade mal wieder mit der Troika. Die Abgesandten wollen das Land weiter bluten sehen, das Land will sich aber nicht ergeben. Gleichzeitig entscheidet die Troika über die Freigabe von 31 Milliarden Dollar, die die Helen so dringend brauchen. Die Lage ist verzwickt. Die griechische Regierung ist praktisch handlungsunfähig und kann nur noch reagieren. Jeder scheint auf die Griechen zu kloppen, jeder sieht die Schuld bei den Griechen, aber selten wird die Schuld im Finanzsystem gesehen.

Die Griechen hatten nur Pech, als erste die Maske zu verlieren. Ihre Schuldenorgie ist am ehesten aufgefallen, da die Griechen besonders wenig an wirtschaftlicher Kraft aufzubieten haben. Verschuldet sind die anderen Nationen auch, sogar Deutschland als Musterschüler ist mit über 2.000.000.000 Euro verschuldet. Alle Staaten eint das gleiche Schicksal: sie drücken die Schulden, die sie selbst aufgetürmt haben.

Nun werden sie diese auf normalem Weg nicht mehr los. Das heißt, Einnahmen generieren und damit die Schulden abzuzahlen. Das will auch keine Politik. Also wird versucht, die Schulden kleiner werden zu lassen, indem man Inflation zulässt. Inflation verringert den Wert des Geldes. Damit verringern sich die Schulden des Staates ohne sein Zutun. Dass diese Richtung bereits eingeschlagen wurde, kann man an den Entscheidungen der EZB verfolgen. Sie hat Tür und Tor geöffnet, damit besonders viel Inflation die Eurozone "retten" kann. 

Warum ist es gut, dass es Griechenland gibt? Immer wenn Griechenland die Schlagzeilen der Medien dominiert, dann fühlen sich die Menschen an die Schuldenkrise erinnert. Plötzlich ist wieder klar, dass die Krise nicht zu Ende ist, dass es noch mehr Probleme gibt, die man  schnell vergisst, wenn man die jubelnden Börsen betrachtet. Griechenland kann die Menschen wachrütteln. Das kleine Land ist nicht gerettet, die Finanzkrise nicht ausgestanden, die Probleme nicht gelöst, Wachstum ist nicht geschaffen und der Euro kein Erfolg.

An all das erinnert uns das kleine Land.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading.de

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